Deutsch-Japanischer Energiewenderat (GJETC) wird 2021 mit neuem Unterstützer fortgeführt

Berlin, 12. Januar 2021. Nach vier Jahren erfolgreicher Arbeit, kann der GJETC seine Tätigkeiten auch im kommenden Jahr fortführen. Auf deutscher Seite hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) die Finanzierung des Projektes von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) übernommen. Auf japanischer Seite wird das Ministerium für Wirtschaft und Industrie (METI) das Projekt weiter unterstützen.

Besonders die SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Miersch und Klaus Mindrup wie auch Staatssekretär a.D. Michael Müller, ebenfalls SPD, hatten sich im Vorfeld für eine Weiterführung des deutsch-japanischen Energiewenderats ausgesprochen und den Fortbestand des GJETC erfolgreich auf die Agenda des Haushaltsausschusses gesetzt.

Dr. Matthias Miersch dazu: „Wir wollen, dass spätestens zur Mitte des Jahrhunderts alle Staaten klimaneutral und umweltfreundlich leben und wirtschaften können. Dazu braucht es innovative, internationale Kooperation, gemeinsame Visionen für eine klimagerechte Zukunft und solide wissenschaftliche Grundlagen für neue Technologien zum Schutz des Klimas. Wenn aus den fossilen Energien ausgestiegen werden muss, ist sicherstellen, dass es wirtschaftlich funktionierende und gesellschaftlich akzeptierte Alternativen gibt. Der Ansatz des GJETC, bei dem Wissenschaftler aus zwei Hochtechnologieländer gemeinsam und wissenschaftlich unabhängig nach Problemlösungen suchen, kann dabei als Vorbild für eine wissenschaftsbasierte Kooperation für ambitionierten Klimaschutz dienen. Deshalb habe ich mich für den GJETC eingesetzt.“

Klaus Mindrup ergänzt: „Seit Jahren arbeite ich intensiv für die Umsetzung der Energiewende in Europa, Deutschland und Japan. Die Zeit drängt. Wir alle tragen Verantwortung dafür, in welcher Welt unsere Kinder und Enkelkinder aufwachsen. Deshalb brauchen wir eine deutlich ambitioniertere Klimapolitik. Dies kann nur auf Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen und in gleichzeitig enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft geschehen. Der GJETC hat in den letzten Jahren unter Beweis gestellt, wie fruchtbar ein internationaler und vielfältiger Austausch im Hinblick auf die Energiewende sein kann. Deshalb unterstütze ich den Fortbestand und die Zusammenarbeit mit der Deutsch-Japanischen Energiepartnerschaft.“

Breiter wissenschaftlicher Austausch

Deutschland und Japan stehen in ihrer energiewirtschaftlichen Entwicklung vor ähnlichen Herausforderungen: Beide hochindustrialisierten Länder haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Energieversorgung schnellstmöglich klima- und ressourcenschonend zu gestalten. Prof. Dr. Peter Hennicke, der deutsche Co-Vorsitzende des GJETC, erläutert die mögliche neue Rolle des Rates: „Am Rande des G20-Gipfels in Japan im Juni 2019 unterzeichneten das Bundeswirtschaftsministerium und das japanische Ministry of Economy, Trade and Industry eine Erklärung zur engeren Zusammenarbeit im Rahmen einer Deutsch-Japanischen Energiepartnerschaft. Der GJETC wird sich  weiterhin als unabhängige Institution eng mit der Energiepartnerschaft austauschen. Wir wollen keine Parallelstrukturen, sondern zu maximalen Synergien beitragen, gerade auch bei der Anbahnung und wissenschaftlichen Begleitung von deutsch-japanischen Pilotvorhaben.“ So wird die Arbeit des GJETC auch weiterhin auf dem wissenschaftlichen Austausch von Ideen und praxisrelevanten Erkenntnissen beruhen. Dabei bleibt die bisherige Struktur erhalten: Ausgewiesene Experten beider Länder beraten intensiv über die Kernthemen der Energiewende, erarbeiten Studien, richten Empfehlungen an die Politik und kooperieren mit allen Stakeholdern.

Der GJETC-Vorsitzende auf japanischer Seite, Prof. Masakazu Toyoda, betonte die Wichtigkeit des Austauschs: „Es bleibt unser Ziel, die Sicht und das Wissen der Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammenzubringen. Für eine gelingende Energiewende ist das tatkräftige Handeln aller Akteure unerlässlich. Wir sind stolz darauf, dass es uns gemeinsam gelungen ist, den GJETC zu einem Role Model der internationalen wissenschaftlichen Politikberatung entwickelt zu haben. Durch das wechselseitige Lernen über Chancen und Risiken der Energiewende in unseren Ländern können Barrieren schneller abgebaut und die Transformation zu einem dekarbonisierten und risikoarmen Energiesystem beschleunigt werden“.

Über den GJETC

Der Deutsch-Japanische Kooperationsrat zur Energiewende ist ein internationales Modellprojekt zur Stärkung des Wissensaustauschs über Technologien, Politik und die Auswirkungen der Energiewende. In seiner Form, Kontinuität und Größe ist der GJETC das erste deutsch-japanische Kooperationsprojekt zur Energiewende dieser Art. Der im Frühjahr 2016 gegründete Rat führt ein umfangreiches Studienprogramm zu Kernthemen der Energiewende durch, führt Stakeholder-Dialoge mit der Industrie und der Zivilgesellschaft und veröffentlichte bereits sechs Studien, eine Reihe strategischer Inputpapiere sowie zwei Berichte mit Schlüsselempfehlungen für eine erfolgreiche Energiewende im März 2018 und im Juni 2020.

Das gemeinsam von Wuppertal Institut, ECOS, hennicke.consult und dem Institute of Energy Economics Japan (IEEJ/Tokyo) im Frühjahr 2016 ins Leben gerufene Projekt wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie das Japanese Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) gefördert. Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), und das Japanisch-Deutsche Zentrum Berlin (JDZB) unterstützen das Projekt. Auf deutscher Seite koordiniert das Wuppertal Institut zusammen mit ECOS die Ratsarbeit als Sekretariat, auf japanischer Seite übernimmt diese Aufgabe das Institute of Energy Economics Japan (IEEJ).

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