Ausgabe 4/2026

Goldene Reisfelder kündigen den Herbst in Japan an.

 

Extreme Hitze und ausgetrocknete Flüsse, auf der anderen Seite Starkregen und Erdrutsche: was früher wie ein fernes Szenario des Klimawandels erschien, ist inzwischen an vielen Orten der Welt Realität. Schmelzende Gletscher haben erst jüngst eine verheerende Flut im Himalaya verursacht. In Japan gehören Naturkatastrophen seit jeher zum Alltag – doch auch dort verschärft der Klimawandel die Risiken durch Überschwemmungen und Hitzewellen.

Diese Entwicklungen machen deutlich: Klimaschutz und Klimaanpassung sind keine getrennten Themen – und sie sind längst auch eine wirtschaftliche Aufgabe. Unternehmen benötigen Lösungen, die Emissionen reduzieren und gleichzeitig widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels machen.

Gerade hier liegt großes Potenzial in der deutsch-japanischen Zusammenarbeit. Deutschland und Japan verfügen über komplementäre Kompetenzen, innovative Technologien und langjährige Erfahrung bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen – von dezentralen erneuerbaren Energien über Wasserstoff und Kreislaufwirtschaft bis hin zu resilienter Infrastruktur.

Unser Newsletter gibt Ihnen in diesem Sinne hoffentlich wieder interessante Informationen und Impulse!

Herzliche Grüße,

Johanna Schilling

 


 

Schwacher Yen erhöht wirtschaftlichen Druck auf Japans und Europas Industrie

Der japanische Yen befindet sich auf einem historisch niedrigen Niveau und erhöht damit den wirtschaftlichen Handlungsdruck auf Japan. Während exportorientierte Unternehmen und der Tourismus von der schwachen Währung profitieren, steigen die Kosten für Importe und der Inflationsdruck. Die jüngsten Inflationsdaten verstärken zugleich die Erwartungen, dass die Bank of Japan ihre Geldpolitik weiter straffen könnte. Auch europäische Unternehmen spüren zunehmend die Folgen des schwachen Yen.

Besonders stark wirkt sich die Währungsentwicklung auf die japanischen Importkosten aus. Energie, Lebensmittel und andere ausländische Waren haben sich deutlich verteuert und belasten vor allem private Haushalte. Dass Unternehmen diese höheren Kosten zunehmend an Verbraucher weitergeben, zeigt sich auch in den aktuellen Inflationsdaten. Im Juli 2026 stieg die japanische Kerninflation, bei der frische Lebensmittel ausgeklammert werden, auf 1,8 Prozent gegenüber 1,6 Prozent im Juni. Die von der Bank of Japan besonders beobachtete Inflationsrate ohne frische Lebensmittel und Energie erhöhte sich gleichzeitig von 1,7 auf 1,9 Prozent. Trotz des Anstiegs lag die Kerninflation damit weiterhin knapp unter dem Inflationsziel der Bank of Japan von zwei Prozent.

Die Entwicklung erhöht den geldpolitischen Druck auf die Bank of Japan. Die Notenbank hatte den Leitzins bereits im Juni auf 1,0 Prozent angehoben und ihn im Juli unverändert gelassen. Die höheren Importkosten infolge des schwachen Yen sowie steigende Rohstoff- und Energiepreise könnten den Preisdruck jedoch weiter verstärken. Vor diesem Hintergrund rechnen Marktbeobachter zunehmend mit einer weiteren Zinserhöhung. Für die nächste Sitzung der Bank of Japan am 17. und 18. September 2026 wird eine Anhebung des Leitzinses auf 1,25 Prozent als möglich angesehen.

Die japanische Regierung versucht zugleich, die Belastungen für Verbraucher abzufedern. Premierministerin Sanae Takaichi setzt weiterhin auf eine vergleichsweise expansive Wirtschaftspolitik und plant unter anderem eine zeitlich begrenzte Senkung der Verbrauchssteuer auf Lebensmittel und Getränke. Angesichts der hohen japanischen Staatsverschuldung ist dieser Kurs jedoch umstritten.

Für die japanische Exportwirtschaft bringt der schwache Yen dagegen Vorteile, da Produkte auf internationalen Märkten preislich wettbewerbsfähiger werden. Dies erhöht zugleich den Wettbewerbsdruck auf europäische Unternehmen, insbesondere in Branchen wie Maschinenbau, Automobilindustrie und Technologie. Deutsche Unternehmen mit Aktivitäten in Japan bewerten die Yen-Schwäche daher überwiegend negativ.

Auch für die internationalen Finanzmärkte bleibt die Entwicklung relevant. Sollte die Bank of Japan ihre Zinsen weiter erhöhen, könnte dies dazu führen, dass japanische Investoren Kapital aus ausländischen Anlagen zurückholen und kreditfinanzierte Investments abbauen. Dadurch könnten die Schwankungen an den internationalen Finanzmärkten zunehmen.

(Quellen: The Japan Times/Bloomberg, 02.07.2026; Business Punk, Günther Suchy, 06.07.2026; Süddeutsche Zeitung, 16.07.2026; Finanz und Wirtschaft, 21.08.2026)

 

Japans Wirtschaft verliert nach starkem Jahresauftakt an Dynamik

Die japanische Wirtschaft ist im ersten Halbjahr 2026 weiter gewachsen, hat im zweiten Quartal jedoch deutlich an Dynamik verloren. Während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal noch um 0,5 Prozent zulegte, verlangsamte sich das Wachstum zwischen April und Juni auf 0,3 Prozent. Auf das Jahr hochgerechnet entsprach dies zunächst einer Wachstumsrate von 2,1 Prozent und im zweiten Quartal nur noch 1,1 Prozent.

Zu Jahresbeginn wurde das Wachstum vor allem von den Exporten getragen. Auch der private Konsum sowie Unternehmens- und staatliche Investitionen leisteten positive Beiträge. Im zweiten Quartal zeigte sich dagegen ein schwächeres Bild: Der private Konsum stagnierte weitgehend, während die realen Unternehmensinvestitionen um 1,2 Prozent zurückgingen. Auch das Exportwachstum verlor mit einem Plus von 0,5 Prozent an Schwung.

Positiv ist, dass die japanische Wirtschaft inzwischen drei Quartale in Folge gewachsen ist. Steigende Reallöhne, staatliche Zuschüsse zu Energiekosten sowie Investitionen in Bereiche wie künstliche Intelligenz und Verteidigung könnten die Konjunktur in den kommenden Monaten weiterhin unterstützen.

Der weitere Ausblick bleibt jedoch unsicher. Als rohstoffarmes Land ist Japan besonders von steigenden Öl- und Energiepreisen betroffen. Zusätzlich verteuert ein schwacher Yen die Einfuhr von Rohstoffen und Energie. Anhaltend hohe Preise könnten sowohl private Haushalte als auch Unternehmen dazu veranlassen, ihre Ausgaben weiter einzuschränken. Auch geopolitische Spannungen stellen ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung dar.

Die schwächere Wachstumsdynamik könnte zudem Auswirkungen auf die weitere Zinspolitik der Bank of Japan haben. Insgesamt dürfte sich das Wachstum im weiteren Jahresverlauf fortsetzen, allerdings voraussichtlich auf einem deutlich moderateren Niveau als zu Beginn des Jahres.

(Quellen: LBBW, 19.05.2026; The Japan Times / Reuters, 17.08.2026)

 

Chinas Exportbeschränkungen bei seltenen Erden setzen Japans Industrie zunehmend unter Druck

Chinas Exportbeschränkungen für seltene Erden und andere strategisch wichtige Rohstoffe belasten zunehmend die japanische Wirtschaft. Immer mehr Unternehmen warnen vor möglichen Auswirkungen auf Produktion und Geschäftsergebnisse. Besonders betroffen sind Materialien wie Dysprosium, Terbium und Yttrium, die unter anderem für leistungsstarke Magnete, Elektrofahrzeuge, Elektronik, Robotik, Medizintechnik sowie Luftfahrt- und Verteidigungssysteme benötigt werden.

Seit Ende 2025 sind die Lieferungen bestimmter seltener Erden aus China nach Japan stark zurückgegangen. Nach chinesischen Zolldaten wurden von November 2025 bis Mai 2026 weder Terbium- noch Dysprosiumoxid nach Japan exportiert. Auch die Lieferungen von Yttriumoxid fielen seit Dezember äußerst gering aus. Japanische Unternehmen greifen daher verstärkt auf Lagerbestände und staatlich unterstützte Rohstoffreserven zurück, suchen alternative Lieferanten und versuchen, den Einsatz der knappen Materialien zu reduzieren.

Die Auswirkungen der Exportkontrollen werden inzwischen auch in den Unternehmensmeldungen deutlicher. Bei japanischen Unternehmen, die gegenüber der Tokioter Börse auf Risiken durch seltene Erden hinweisen, hat sich die Zahl entsprechender Meldungen seit Mai deutlich erhöht. Mehr als zwei Drittel von fast 200 Meldungen im Mai und Juni nannten bereits negative oder mögliche zukünftige Auswirkungen der Lieferbeschränkungen. Größere Produktionsausfälle konnten bislang jedoch weitgehend vermieden werden, unter anderem durch vorhandene Lagerbestände und bereits diversifizierte Lieferketten.

Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht zugleich Japans weiterhin hohe Abhängigkeit von China, insbesondere bei der Verarbeitung und Raffination seltener Erden. China kontrollierte 2025 rund 70 Prozent der weltweiten Produktion und etwa 60 Prozent der globalen Reserven. Japan versucht deshalb seit Jahren, seine Versorgung breiter aufzustellen und arbeitet dabei zunehmend mit den USA und anderen G7-Staaten bei der Sicherung kritischer Rohstoffe zusammen.

Langfristig setzt Japan auf alternative Bezugsquellen, den Ausbau des Recyclings, neue Förderprojekte sowie die Entwicklung von Technologien und Materialien, die mit geringeren Mengen seltener Erden auskommen. Bis neue Lieferketten und zusätzliche Förderkapazitäten aufgebaut sind, könnten jedoch noch mehrere Jahre vergehen. Die sichere Versorgung mit strategischen Rohstoffen entwickelt sich damit zunehmend zu einer zentralen Herausforderung für Japans industrielle und wirtschaftliche Sicherheit.

(Quellen: The Japan Times, 24.05.2026; The Japan Times/Reuters, 07.07.2026)

 


 

Japans Energiepolitik in Südostasien setzt weiter auf fossile Energien

Japan unterstützt in Südostasien weiterhin zahlreiche Projekte rund um Erdgas und andere fossile Energieträger. Eine aktuelle Analyse des Ökonomen Richard Katz kritisiert, dass diese Strategie den Ausbau erneuerbarer Energien bremse und gleichzeitig die wachsende Bedeutung Chinas als Lieferant von Solartechnik verstärke.

Im Rahmen der 2023 gegründeten Asia Zero Emissions Community (AZEC) wurden bis Mitte 2025 rund 150 Absichtserklärungen mit ASEAN-Staaten unterzeichnet. Davon unterstützten laut der Analyse 35 Prozent fossile Technologien, während sich lediglich 7 Prozent ausdrücklich auf Wind- und Solarenergie bezogen. Zwischen 2000 und 2020 investierte Japan zudem 67 Milliarden US-Dollar in Stromprojekte in der ASEAN-Region. Rund die Hälfte entfiel auf fossile Projekte und nur 4 Prozent auf erneuerbare Energien.

Gleichzeitig gewinnt die Energiewende in Südostasien an Dynamik. Die ASEAN-Staaten wollen den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2030 auf 45 Prozent erhöhen. Sinkende Kosten für Solarenergie, Windkraft und Batteriespeicher könnten diesen Wandel beschleunigen. Da Japan entsprechende Technologien bislang nur begrenzt anbietet, profitieren insbesondere chinesische Hersteller und Investoren von der steigenden Nachfrage.

(Quelle: Japan Economy Watch, 23.07.2026)

 

Japan tritt dem EU-Forschungsprogramm Horizon Europe bei

Japan ist seit dem 30. Juli 2026 offiziell mit dem europäischen Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe assoziiert. Japanische Forschungseinrichtungen und Unternehmen können dadurch zu den gleichen Bedingungen wie Teilnehmer aus EU-Mitgliedstaaten an internationalen Forschungsprojekten mitwirken, Konsortien leiten und EU-Fördermittel erhalten.

Die Beteiligung Japans umfasst insbesondere den zweiten Programmbereich von Horizon Europe mit einem Budget von 52,4 Milliarden Euro. Dieser fördert internationale Forschungs- und Innovationsprojekte in den Bereichen Klima, Energie, Gesundheit und Digitalisierung. Bereits seit Januar 2026 konnten sich japanische Organisationen im Rahmen einer Übergangsregelung auf entsprechende Ausschreibungen bewerben.

Durch den Beitritt sollen die Forschungskooperationen zwischen der EU und Japan weiter ausgebaut werden. Für europäische und japanische Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen entstehen neue Möglichkeiten, gemeinsame Technologien zu entwickeln und internationale Innovationsnetzwerke aufzubauen. Japan ist damit das 23. Land, das sich Horizon Europe angeschlossen hat.

(Quelle: Europäische Kommission, 30.06.2026)

Studie fordert schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien in Japan

Die Krise im Nahen Osten verdeutlicht nach Einschätzung des Renewable Energy Institute erneut die Risiken der japanischen Abhängigkeit von fossilen Energieimporten. Rund 84 Prozent des Energiebedarfs werden durch importierte fossile Brennstoffe gedeckt, wodurch Preissteigerungen und Lieferunterbrechungen unmittelbar die wirtschaftliche Stabilität des Landes gefährden.

Bisherige Notfallmaßnahmen der Regierung umfassen unter anderem die Freigabe von Brennstoffreserven, staatliche Kraftstoffzuschüsse, eine stärkere Diversifizierung der Ölimporte und den zusätzlichen Einsatz von Kohlekraftwerken. Das Institut hält diese Maßnahmen jedoch für unzureichend und teilweise unvereinbar mit Japans langfristiger Transformationsstrategie. Stattdessen sollen erneuerbare Energien ausgebaut, die Energieeffizienz verbessert und die Elektrifizierung beschleunigt werden.

Das vorgeschlagene Maßnahmenpaket umfasst sieben kurzfristig umsetzbare Schritte und sechs strukturelle Reformen. Dazu gehören niedrigere Strompreise während sonnenreicher Tageszeiten, der Ausbau von Photovoltaik und Stromspeichern, mehr Stromabnahmeverträge, energetische Gebäudesanierungen sowie der verstärkte Einsatz effizienter Klimaanlagen und Wärmepumpen. Langfristig sollen außerdem Windkraft, Geothermie und die Stromnetze stärker ausgebaut werden.

(Quelle: Renewable Energy Institute,17.04.2026)

 

Japans Solarausbau verliert deutlich an Dynamik

Japan gehörte vor rund zehn Jahren noch zu den führenden Solarmärkten weltweit. Inzwischen wächst die Solarstromerzeugung deutlich langsamer, während Solar- und Windenergie international weiter zulegen. Eine Analyse des Ökonomen Richard Katz führt diese Entwicklung insbesondere auf veränderte politische Rahmenbedingungen und die anhaltende Förderung fossiler Energieträger zurück.

Die jährlich neu installierte Solarleistung sank demnach von rund 12 GW im Jahr 2016 auf weniger als 4 GW im Jahr 2026. Ab April 2027 sollen zudem die Förderungen für große Freiflächenanlagen sowie bodenmontierte Solaranlagen mit mehr als 10 kW entfallen. Gleichzeitig unterstützt die Regierung weiterhin Technologien zur längeren Nutzung von Kohle und Flüssigerdgas, darunter die Mitverbrennung von Wasserstoff und Ammoniak sowie die CO₂-Abscheidung.

Als weitere Hindernisse gelten begrenzte Flächen, Widerstand gegen Solarparks und die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten. Laut der Analyse könnten jedoch ungenutzte landwirtschaftliche Flächen bereits ein erhebliches Ausbaupotenzial bieten. Während Solar- und Windenergie 2025 weltweit mehr als 19 Prozent der Stromerzeugung ausmachten, droht Japan seinen früheren Vorsprung bei der Solarenergie weiter zu verlieren.

(Quelle: Japan Economy Watch,19.07.2026)

 

BP-Rückzug erhöht Druck auf Japans Offshore-Windbranche

Japans Offshore-Windbranche steht zunehmend unter wirtschaftlichem Druck. Der britische Energiekonzern BP plant offenbar, sich aus einem Offshore-Windprojekt vor der Küste der Präfektur Yamagata zurückzuziehen. Hauptgrund sind steigende Baukosten, die die Wirtschaftlichkeit vieler Projekte zunehmend belasten.

Das Projekt vor der Stadt Yuza wurde Ende 2024 an ein Konsortium aus BP, Marubeni, Kansai Electric Power und Tokyo Gas vergeben. Trotz des geplanten Rückzugs von BP soll das Vorhaben von den verbleibenden Partnern weitergeführt werden. In der Branche wächst jedoch die Sorge, dass weitere Unternehmen ihre Beteiligungen an Offshore-Windprojekten überprüfen könnten.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ein von Mitsubishi geführtes Konsortium drei Offshore-Windprojekte vor Chiba und Akita aufgegeben. Als wesentlicher Grund wurden auch dort stark gestiegene Projekt- und Baukosten genannt. Die Entwicklung verdeutlicht die Schwierigkeiten Japans, den Ausbau der Offshore-Windenergie trotz ambitionierter energiepolitischer Ziele wirtschaftlich voranzutreiben.

Die japanische Regierung reagiert mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung. Unter anderem sollen bestehende Offshore-Windprojekte Zugang zu langfristigen Ausschreibungen erhalten, die Stromerzeugern über einen Zeitraum von 20 Jahren bestimmte Einnahmen sichern. Dennoch bestehen Zweifel, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Profitabilität der Projekte deutlich zu verbessern. Japan möchte den Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung bis zum Fiskaljahr 2040 von 1,1 Prozent im Jahr 2023 auf rund 4 bis 8 Prozent erhöhen.

(Quelle: The Japan Times, 30.07.2026)

 

WPD nimmt ersten eigenen Onshore-Windpark in Japan in Betrieb

Der deutsche Windenergieentwickler wpd hat mit Higashi Izu Furusato sein erstes Onshore-Windprojekt in Japan in Betrieb genommen. Der Windpark startete am 1. Juni 2026 planmäßig und innerhalb des vorgesehenen Budgets mit der kommerziellen Stromerzeugung.

Die Anlage befindet sich auf einem Bergrücken der Izu-Halbinsel in der Präfektur Shizuoka, rund 120 Kilometer südwestlich von Tokio. Sie besteht aus drei Windenergieanlagen des deutschen Herstellers Enercon und verfügt über eine installierte Gesamtleistung von 7,48 MW. Entwickelt wurde das Projekt durch ein Gemeinschaftsunternehmen von wpd und der japanischen GPSS Group. Aufgrund des steilen Geländes kamen bei der Errichtung speziell angepasste Baumaschinen zum Einsatz.

Der erzeugte Strom wird über ein langfristiges Corporate Power Purchase Agreement an Nomura Real Estate geliefert. Das Immobilienunternehmen will den Grünstrom für seinen neuen Hauptsitz in Tokio nutzen. Für wpd ist das Projekt zugleich ein weiterer Schritt beim Ausbau seiner Aktivitäten im asiatisch-pazifischen Raum und ein Beispiel für die Zusammenarbeit deutscher und japanischer Unternehmen bei erneuerbaren Energien.

(Quelle: ASSETPHYSICS/wpd,18.06.2026)

 

Kubota testet Wassergewinnung aus der Luft für trockene Wohngebiete

Der japanische Konzern Kubota will eine Technologie zur Gewinnung von Wasser aus der Umgebungsluft in den USA erproben. Gemeinsam mit dem US-Unternehmen AirJoule sollen dezentrale Wasserversorgungssysteme für neue Wohngebiete in Regionen entstehen, die zunehmend unter Dürren und sinkenden Grundwasservorräten leiden.

Kubota hat zunächst zwei Anlagen von AirJoule erworben, die jeweils bis zu 946 Liter Wasser pro Tag erzeugen können. Die Geräte entziehen der Luft mithilfe spezieller nanokristalliner Materialien Wassermoleküle. Eine größere Ausführung mit einer Tagesleistung von 1.892 Litern befindet sich bereits in Produktion. Sie könnte laut AirJoule den durchschnittlichen Wasserbedarf von sechs Personen decken. Der erwartete Verkaufspreis liegt zwischen 100.000 und 200.000 US-Dollar.

Noch 2026 sollen Tests in Corpus Christi im US-Bundesstaat Texas sowie bei einem Ingenieurunternehmen in Südkalifornien beginnen. Perspektivisch gilt auch Arizona als möglicher Markt. Dort erschweren Wasserknappheit und strengere Versorgungsvorgaben bereits die Genehmigung neuer Wohngebiete. Vor einem breiteren Einsatz müssen jedoch Wirtschaftlichkeit, Skalierbarkeit und Leistungsfähigkeit bei geringer Luftfeuchtigkeit geprüft werden.

(Quelle: The Japan Times, 22. Juli 2026)

 


 

EU-Japan-Centre Webinar zu „Carbon Capture and Storage (CCS) Technologies in Japan“, 17.11.2026, 10:30–11:30 Uhr MEZ

ECOS-Technikexperte Peter Beck stellt in einem Webinar des EU-Japan Centre for Industrial Cooperation den japanischen Markt für Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS) vor.

Japan sieht die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO₂ als wichtigen Bestandteil seiner Strategie zur Klimaneutralität bis 2050 und strebt den Aufbau großskaliger kommerzieller CCS-Projekte bis 2030 an. Das Webinar richtet sich an europäische KMU, die Marktchancen, politische Entwicklungen und Partnerschaftsmöglichkeiten im japanischen CCS- und CCUS-Sektor erkunden möchten.

Auf der Agenda stehen:

  • Japans CCS- und CCUS-Politik, Ziele und Markttreiber
  • Gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen sowie staatliche Förderprogramme
  • Wichtige Technologien, kommerzielle Projekte und zukünftige Nachfrage
  • Zentrale Akteure, relevante Industrien und die CCUS-Wertschöpfungskette
  • Marktchancen, Markteintrittsbarrieren und praktische Empfehlungen für europäische KMU

Das Webinar basiert auf einem von Peter Beck erstellten Bericht zu „Carbon Capture and Storage (CCS) Technologies in Japan“. Der Report gibt einen Überblick über Technologien, laufende Projekte, regulatorische Rahmenbedingungen sowie Marktchancen und Herausforderungen für europäische Unternehmen in Japan.

Informationen und Anmeldung zum Webinar:

EU-Japan Centre – Webinar Carbon Capture and Storage

Zum Report von Peter Beck:

Report – Carbon Capture and Storage (CCS) Technologies in Japan

Quelle: Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan

EU Business Hub @ Smart Energy Week Spring 2027, 22.–26. März 2027, Tokio

Vom 22. bis 26. März 2027 bringt der EU Business Hub europäische Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien zur Smart Energy Week Spring 2027 nach Tokio. Die fünftägige Business Mission bietet insbesondere KMU und Start-ups die Möglichkeit, ihre Technologien zu präsentieren und neue Geschäftskontakte in Japan zu knüpfen.

Im Rahmen der Business Mission erhalten bis zu 50 europäische Unternehmen Zugang zum EU-Pavillon auf der Messe. Neben der Ausstellung stehen Business Matchmaking, Networking, Fachvorträge und Einblicke in den japanischen Energiemarkt auf dem Programm. Die Teilnehmenden werden zudem bei der Geschäftsanbahnung sowie sprachlich und kulturell unterstützt.

Interessierte Unternehmen können sich bis zum 27. November 2026 bewerben. Weitere Informationen zum Ablauf, zu den Vorteilen und zum Bewerbungsprozess gibt es beim EU Info Day am 23. September 2026 um 10:00 Uhr MESZ, der online stattfindet.

Nähere Informationen: EU Business Hub 2027

 

EU-Japan-Centre Webinar zum Thema „Waste Management and Recycling in Japan“, 01.12.2026, 10:30–11:30 Uhr MEZ

ECOS-Experte Martin Volkmar stellt in einem Webinar des EU-Japan Centre for Industrial Cooperation den japanischen Markt für Abfallmanagement, Recycling und Kreislaufwirtschaft vor.

Japan verfügt über ein hochentwickeltes und stark reguliertes Abfallwirtschaftssystem. Gleichzeitig entwickelt sich die politische Strategie des Landes von den klassischen 3R-Prinzipien (Reduce, Reuse, Recycle) hin zu einem umfassenderen Konzept der Kreislaufwirtschaft, das Ressourcensicherheit, Dekarbonisierung und industrielle Wettbewerbsfähigkeit miteinander verbindet.

Das Webinar richtet sich an europäische KMU und Unterstützungsorganisationen, die Geschäfts- und Kooperationsmöglichkeiten in Japans Abfallwirtschafts-, Recycling- und Kreislaufwirtschaftssektor erkunden möchten.

Auf der Agenda stehen:

  • Japans politische und regulatorische Rahmenbedingungen sowie der Übergang zur Kreislaufwirtschaft
  • Marktgröße, Abfallströme, Behandlungsverfahren und Recyclingquoten
  • Technologie- und Markttrends in sechs wichtigen Abfallströmen
  • Zentrale Akteure, Kunden, Marktstrukturen und Vertriebskanäle
  • Geschäftschancen, Markteintrittsbarrieren und Erfolgsfaktoren für europäische KMU

Im Fokus stehen dabei die Bereiche organische Abfälle, Kunststoffe, Bauabfälle, gefährliche Abfälle, Elektro- und Elektronikgeräte sowie Metall- und Stahlrecycling.

Das Webinar basiert auf einer aktuellen Markt- und Technologiestudie von Martin Volkmar zu Japans Abfallwirtschafts- und Recyclingsektor. Neben einem Überblick über Marktstrukturen, regulatorische Rahmenbedingungen und technologische Entwicklungen erhalten Teilnehmende praxisnahe Einblicke in Kooperationsmöglichkeiten sowie Strategien für den Markteintritt in Japan.

Informationen und Anmeldung zum Webinar:

EU-Japan Centre – Webinar Waste Management and Recycling in Japan

Quelle: Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan

 


 

Japan abseits der bekannten Pfade: Nachhaltigkeit und Geschichte in Tokushima entdecken

Die niedersächsische Partnerpräfektur Tokushima verbindet beeindruckende Natur, deutsch-japanische Geschichte und innovative Nachhaltigkeitskonzepte.

Wer bei Japan zuerst an Tokio, Kyoto oder Osaka denkt, übersieht oft einige der spannendsten Regionen des Landes. Die Präfektur Tokushima auf der Insel Shikoku, langjährige Partnerpräfektur Niedersachsens, bietet zahlreiche Ausflugsziele abseits der bekannten Touristenrouten.

Ein besonderes Beispiel für gelebte Nachhaltigkeit ist die Kleinstadt Kamikatsu. Die Gemeinde hat bereits 2003 eine Zero-Waste-Erklärung verabschiedet und verfolgt das Ziel, Abfälle weitgehend zu vermeiden und Rohstoffe konsequent im Kreislauf zu führen. Besucherinnen und Besucher können sich vor Ort ein Bild davon machen, wie Nachhaltigkeit im Alltag umgesetzt wird, vom Recyclingzentrum bis hin zu innovativen Upcycling-Projekten.

Einen Einblick in die deutsch-japanische Geschichte bietet das Deutsche Haus Naruto. Das Museum erinnert an die deutschen Kriegsgefangenen, die während des Ersten Weltkriegs im nahegelegenen Bandō-Lager interniert waren. Bis heute gilt das Lager als Symbol für den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Japan und ist eng mit der ersten Aufführung von Beethovens Neunter Sinfonie in Japan verbunden.

Wer Entspannung sucht, findet sie im Iya-Tal, einer der abgelegensten und landschaftlich reizvollsten Regionen Japans. Das traditionsreiche Iya Onsen ist für seine spektakuläre Lage inmitten steiler Berghänge bekannt und bietet einen beeindruckenden Blick auf die umliegende Natur.

Ob Nachhaltigkeit, deutsch-japanische Geschichte oder eindrucksvolle Landschaften – Tokushima zeigt, wie vielfältig Japans weniger bekannte Regionen sein können.

Nähere Informationen zu den vorgestellten Orten finden Sie unter:

Stadt Kamikatsu: www.tourism-kamikatsu.jp/en

Deutsches Haus Naruto: Das Deutsche Haus Naruto|ようこそ徳島県へ

Iya-Tal: www.japan.travel/de/destinations/shikoku/tokushima/iya-valley-area

Die Brücke Kazurabashi im Iya Tal