Ausgabe 4/2022

 

INHALT

 

Editorial

Wirtschafts-News

Umwelt-News

Rückblick

Terminvorschau

 


 

Seit gut einem Jahr bin ich nun als Geschäftsführerin der ECOS GmbH tätig – ein guter Zeitpunkt, um an dieser Stelle einmal ausdrücklichen Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu richten. Ohne das Engagement und die vielfältigen Kompetenzen unseres „kleinen, aber feinen“ Teams in Deutschland und Japan hätten wir die große Bandbreite an Projekten in den vergangenen Monaten nicht stemmen können.

Nachdem wir pandemiebedingt sehr viel an bilateralem Austausch nur online durchführen konnten, haben uns vergangene Woche gleich größere Live-Veranstaltungen gefordert: Während wir eine Clusterreise aus Thüringen zum Thema Mikro-/Nanoelektronik, Sensorik und Optronik nach Japan begleitet haben, haben wir zugleich das 12. Deutsch-Japanische Umwelt- und Energiedialogforum in Berlin in hybrider Form über die Bühne gebracht. Bei beidem war unser Fazit: die persönliche Begegnung ist und bleibt doch etwas anderes als der „Kacheltalk“ über Zoom!

Die Frage nach einer nachhaltigen Energieversorgung ist infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine drängender denn je. Wichtig ist nun, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen noch rascher zu reduzieren und Energie noch viel energischer einzusparen – in Haushalten, Städten und in der Industrie. Von Japans „Setsuden“(„Stromspar“)-Kampagne nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima ließe sich hier sicherlich viel lernen. Die Idee, die Temperatur in öffentlichen Gebäuden im Winter auf 19 Grad zu drosseln, erinnert schon einmal stark an die „Warm Biz“-Kampagne des damaligen Premier Koizumi…

 

Beste Grüße

Ihre

Johanna Schilling


 

Inflation steigt auch in Japan

Lange Zeit entwickelte sich die japanische Wirtschaft solide: sie wuchs kaum, profitierte aber von der Verschuldung in der eigenen Währung und einer ultralockeren Geldpolitik der Zentralbank. Durch die Pandemie kam Japan so gut wie kaum ein anderer G-7-Staat, die Preise blieben stabil. Doch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine zeigt nun auch auf die japanische Wirtschaft Wirkung: die Inflation steigt, der Yen schwächelt.

Bereits im April stieg die Inflation auf 2,5 Prozent, im Juli gar auf 2,6 Prozent, nachdem sie im Januar noch bei 0,5 gelegen hatte. Premierminister Kishidas Ziele – eine Inflation von 2 % und nachhaltiges Wachstum – sind in Gefahr. Die Energie- und Lebensmittelpreise steigen, die Düngemittel werden ebenfalls teurer. Der Yen erreichte im März einen Rekord-Tiefstand und erholt sich gerade nur langsam. Der Rückgang des Yen um fast 20 Prozent in den letzten sechs Monaten verteuerte auch die Importe, und hier insbesondere die Einfuhren von Rohöl, Kohle und Flüssigerdgas (LNG). Die hohe Abhängigkeit von Energieimporten wird immer mehr zum Problem. Die Wachstumserwartungen für 2022 sind gedämpft.

Während die amerikanische und die europäische Zentralbank die Leitzinsen mittlerweile erhöht haben, um die Inflation zu bändigen, bleibt die Bank of Japan (BOJ) dabei, den Leitzins bei Null oder sogar darunter zu halten, indem sie konsequent Staatsanleihen von Geschäftsbanken und anderen Finanzinstitutionen aufkauft. Die BOJ hält 43 Prozent aller japanischen Staatsanleihen. Würden die Zinsen nun erhöht, dann würde der Zinsposten im japanischen Haushalt explodieren.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung, 21.06.2022; Deutsche Presse- und Investmentnachrichten, 13.06.2022; GTAI; AHK Japan; statista)

 

Neue Industrie- und Umweltminister ernannt

Obwohl die Liberaldemokratische Partei gestärkt aus den Oberhauswahlen am 10. Juli hervorging, sah sich Premierminister Kishida nach Vorwürfen wegen zu großer Nähe von Ministern zur so genannten „Vereinigungskirche“ zu einer Kabinettsumbildung gezwungen. Neuer Wirtschaftsminister ist Yasutoshi Nishimura, neuer Umweltminister Akihiro Nishimura.

Nur zwei Tage vor den Oberhauswahlen hatte ein arbeitsloser Marinesoldat den früheren Premierminister Shinzo Abe bei einer Wahlkampfveranstaltung auf offener Bühne erschossen, weil sich seine Mutter durch Spenden an die so genannte „Vereinigungskirche“ ruiniert hatte. In der Folge kamen immer mehr Verbindungen von früheren LDP-Politikern zu der religiösen Vereinigung ans Licht. Premierminister Kishida tauschte daraufhin einen Großteil seines Kabinetts aus.

Der 59jährige Yasutoshi Nishimura wurde Nachfolger von Koichi Hagiuda im Amt des Energie- und Industrieministers. Nishimura hatte sich bei den wirtschaftlichen Maßnahmen gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie einen Namen gemacht. Er gehört zur Abe-Faktion innerhalb der LDP. Ex-Premierminister Abe hatte Nishimura im September 2019 zum Staatsminister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik berufen. Er blieb auch in nachfolgenden Kabinett Suga noch bis 2021 im Amt. Derzeit weilt er in Berlin zu Gesprächen der G7-Handelsminister.

Sein Namensvetter Akihiro Nishimura wurde neuer Umweltminister. Er folgt Tsuyoshi Yamaguchi nach. Der 62jährige Nishimura stammt aus Kitakyushu (Präf. Fukuoka) und war unter Abe stellvertretender Kabinettssekretär und war Staatssekretär im Transportministerium.

(Quelle: Kyodo News, 10.08.2022)

Akihiro Nishimura
Yasutoshi Nishimura Akihiro Nishimura

(Quelle: Kyodo News, 10.08.2022)

 

Japan wird treibende Kraft der globalen grünen Wirtschaft

Beim Blick auf Investmentoptionen war Japan bisher häufig nicht die erste Wahl – dabei ist Japan dank umfassender staatlicher Förderung derzeit dabei, in einigen Schlüsseltechnologien der „green economy“ weltweit führend zu werden.

Die finanziellen Möglichkeiten und Kapitalreserven Japans sind wichtige Instrumente, um geopolitisch Einfluss zu nehmen. Als größter Handelspartner und einflussreichster Nachbar Chinas und zugleich wichtiger Partner für die USA und die EU ist Japan eines der wenigen Ländern, die das Gleichgewicht zwischen den globalen Supermächten aufrechterhalten können.

Auch im Bereich saubere Energie sitzt Japan an wichtigen Hebeln: Japans Unternehmen sind Technologieführer in den Bereichen Halbleiter und Wasserstoff. Kawasaki Heavy Industries etwa verfügt über Schlüsseltechnologien auf allen Stufen der Wasserstoffversorgungskette. Toshiba erklärte kürzlich, dass Hochleistungshalbleiter „wesentliche Komponenten für die Steuerung und Verringerung des Stromverbrauchs in allen Arten von elektronischen Geräten sowie für die Verwirklichung einer klimaneutralen Gesellschaft“ sind.

Die Regierung pumpt große Geldmengen in die Entwicklung „grüner“ Technologien und in die Dekarbonisierung: Im Rahmen des „Green Innovation Fund“ des Wirtschaftsministeriums METI stehen für 10 Jahre 2 Billionen Yen für Innovationen und Demonstrationsprojekte im Bereich Wasserstoff, alternative Schiffsantriebe, Energiespeicher, kostengünstige Offshore-Windtechnologie oder CO2-reduzierte Stahlherstellungsverfahren zur Verfügung.

Das japanische Umweltministerium MoEJ wiederum stellt ab Oktober 20 Mrd. JPY für Dekarbonisierungsprojekte zur Verfügung. Im Mittelpunkt stehen hier regionale Konzepte und Maßnahmen: im Rahmen der „Regional Decarbonization Roadmap“ sollen bis 2030 japanweit einhundert bei der Dekarbonisierung führende Modellregionen unterstützt werden.

(Quelle: private banking magazine, 19.05.2022; Deutsche Presse- und Investmentnachrichten, 13.06.2022; METI; MoEJ )

 


 

Japan Climate Initiative (JCI): Industrie fordert beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren

„Jetzt ist die Zeit, den Einsatz erneuerbarer Energien zu beschleunigen“ - 300 Unterzeichner, darunter Großunternehmen wie Nissan, Daikin, Ricoh und Sony unterstützen den Aufruf zu stärkeren Klimaschutzmaßnahmen inmitten der Krise der fossilen Energieträger.

Die Unterstützer der Japan Climate Initiative glauben nicht an das alte Narrativ in Japan, dass nur mit fossilen Brennstoffen eine stabile Energieversorgung möglich ist. Während Russlands Invasion in der Ukraine die globale Energieversorgung destabilisiert, sollten Japans Prioritäten mehr denn je darin bestehen, den Gesamtenergieverbrauch durch die Förderung von Energieeinsparung und -effizienz zu reduzieren und den Einsatz von im Inland produzierter erneuerbarer Energie zu beschleunigen.

Neben einer Reihe führender Unternehmen unterstützen auch viele mittelständische Unternehmen, Kommunalverwaltungen, Verbraucher und religiöse Gruppen die Initiative. Sie fordern, dass die „Clean Energy Strategy“ der japanischen Regierung sich noch stärker auf den Ausbau der erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie konzentriert, um bis 2030 nicht nur 36-38 Prozent, sondern 40-50 Prozent des japanischen Strombedarfs zu decken.

(Quelle: Japan Climate Initiative, 17.06.2022)

 

McKinsey: Japan muss bis 2050 4,2 Prozent seines BIP für Klimaschutzmaßnahmen ausgeben

Wie viele andere Länder will Japan bis 2050 CO2-Neutralität erreichen. Eine Studie von McKinsey ermittelt, dass Japan 4,2 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts ausgeben muss, um die Emissionen bis 2050 entsprechend zu senken und ein kohlenstoffarmes Wachstum zu sichern.

Damit steht Japan im Vergleich gar nicht so schlecht da: nach den Berechnungen von McKinsey müsste Indien 10,8 Prozent und China 5,2 Prozent des BIP aufwenden, um das gleiche Ziel zu erreichen. Die relativ guten Chancen das „net zero“-Ziel zu erreichen, verdankt der fünftgrößte CO2-Emittent der Erde auch seinen innovationsstarken Unternehmen: Auf der ersten „Asia-Pacific Climate Leaders“-Liste der Financial Times, die zusammen mit Nikkei Asia und dem Datenanbieter Statista zusammengestellt wurde, stammen 86 von 200 gelisteten Unternehmen aus Japan, mehr als aus jedem anderen Land. Kriterium war hier, dass die Unternehmen ihre Scope-1 (=unternehmenseigenen) und Scope-2 (=außerhalb der eigenen Unternehmenstätigkeit entstandenen) Treibhausgasemissionen im Verhältnis zum Umsatz erheblich gesenkt haben.

(Quelle: Financial Times, 13.06.2022)

 

REI Report: Erneuerbare stärken Energiesicherheit in Japan und Europa

Der japanische Thinktank Renewable Energy Institute hat mit Blick auf die Diskussion um die Energiesicherheit nach der Invasion der Ukraine durch Russland einen Report veröffentlicht, der die Abhängigkeit Europas und Japans von fossilen Energieimporten untersucht und aufzeigt, wie eine auf erneuerbaren Energieträgern basierende Energieversorgung realisiert werden kann.

Der Report stellt zunächst die nicht nachhaltige wirtschaftliche und geopolitische Abhängigkeit Europas und Japans von fossilen Brennstoffen und Uranimporten dar, die sie anfällig für Brennstoffpreisschwankungen und Lieferstopps im Ausland machen. Die Experten des REI empfehlen, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu beschleunigen, der preislich wettbewerbsfähig ist und auf reichlich vorhandenen einheimischen Ressourcen basiert. Die neuen Energieversorgungspläne Frankreichs, Deutschlands, Englands und Japans – die alle dem Strom aus erneuerbaren Energien eine wesentliche Rolle einräumen, jedoch in unterschiedlichem Umfang – werden bewertet. Schließlich werden die Herausforderungen (d.h. Flexibilität und geografische Konzentration kritischer Mineralien und Produktionskapazitäten für saubere Energietechnologien) und Lösungen (z. B. demand management, Stromtrassen, Batterien, Recycling usw.) für eine Energiesicherheit auf der Grundlage von Strom aus erneuerbaren Energien aufgezeigt.

(Quelle: REI, 05.07.2022)

 

Offshore-Wind: schnellerer Ausbau durch neue Auktionsverfahren

Die japanische Regierung will die vorerst gestoppten öffentlichen Ausschreibungen für Offshore-Windkraftprojekte bis Ende dieses Jahres wieder aufnehmen. Durch neue Regeln soll ein breiteres Spektrum von Bietern zum Zuge kommen können und die Verfahren beschleunigt werden.

Die Wiederaufnahme folgt auf die abrupte Aussetzung einer Auktion im März für einen Offshore-Windpark in Happo-Noshiro in der Präfektur Akita. Grund war allem Anschein nach die Kritik von Unternehmen an der mangelnden Transparenz des Ausschreibungsverfahrens. Die Kritik hat zugenommen, nachdem die Regierung Ende 2021 drei Konsortien ausgewählt hatte, die alle von Mitsubishi Corp. geführt wurden, um drei Offshore-Windkraftprojekte in den Präfekturen Akita und Chiba zu betreiben.

Die nun von der Regierung vorgeschlagenen Änderungen würde solche Betreiber, die frühere Starttermine bieten können, höher bewerten. Zudem soll ein Limit für Gebote festgelegt werden, die ein Konsortium gewinnen kann, wenn mehrere Meeresabschnitte versteigert werden. Um dem Kostenaspekt höheres Gewicht zu verleihen, behandelt der Bewertungsprozess alle Gebote, die unter dem Marktpreis liegen, in ihrer Preisbewertung mit der gleichen Punktzahl. Auch globale Windkraftunternehmen wie Orsted aus Dänemark oder RWE aus Deutschland drängen in den japanischen Markt.

Nach Aussage der Regierung sind die Änderungen notwendig, da auch in Japan die Energiepreise angesichts der russischen Invasion in der Ukraine gestiegen sind und der Ausbau erneuerbarer Energien schneller vorangetrieben werden muss. Offshore-Windkraft ist ein wichtiger Bestandteil der japanischen Dekarbonisierungsstrategie; die Regierung plant, bis 2030 bis zu 10 Gigawatt Offshore-Windkapazität und bis 2040 bis zu 45 GW zu installieren.

(Quellen: Japan Times, 24.06.2022; Asia Nikkei, 24.06.2022)

Quelle: Japan Times

Akzeptanz von Offshore-Wind bei lokaler Community und Fischern: Studie

Der japanische Thinktank Renewable Energy Institute hat in einer Studiengruppe die Problematik von Offshore-Windenergie für betroffene Dorfgemeinschaften und Fischern untersucht. Mit Blick auf Best Practice-Beispiele aus dem Ausland werden 14 Vorschläge gemacht, um eine Koexistenz mit Offshore-Windprojekten zu ermöglichen.

Japan hat eine lange Küstenlinie und eine riesige Meeresfläche. Offshore-Wind ist daher eine äußerst vielversprechende erneuerbare Energie. Doch Offshore-Windkraftprojekte stoßen häufig auf Widerstand der lokalen Bevölkerung und insbesondere der Fischereiverbände.

Die Experten des REI schlagen vor, den regionalen Koordinierungsprozess für den Offshore-Windausbau transparent und standardisiert zu gestalten, damit allen Betroffenen über Planungen rechtzeitig informiert und eingebunden sind. So sollen die Unsicherheiten und Vorbehalte gegenüber der Offshore-Windkraft schrittweise beseitigt werden, die regionale Akzeptanz erhöht und letztendlich Offshore-Windkraft so ausgebaut werden, dass eine friedliche Koexistenz mit der lokalen Community und der Fischereiindustrie möglich ist.

(Quelle: REI, 29.07.2022)

 

Ausbau der Solarkapazität auf 150 bis 180 GW bis 2030 möglich

RTS Corporation, ein auf Photovoltaik-Projekte spezialisiertes japanisches Beratungsunternehmen, prognostiziert in Japan selbst bei einem „Business-as-Usual“ Szenario einen Ausbau der PV-Kapazitäten auf 111 GW installierter Leistung in 2025 und 154 GW in 2030.

Bei einem beschleunigten Ausbau könnten bis 2025 auch 115 GW erreicht werden, und bis 2030 sogar 180 GW, so die Analyse. Das beschleunigte Szenario geht von einem günstigeren politischen Umfeld, weiteren Kostensenkungen bei PV-Anlagen und dem Entstehen neuer Märkte aus.

Das Solarberatungsunternehmen rechnet damit, dass die Kosten aller PV-Systeme bis 2030 erheblich sinken werden: so werde der Preis für kleine PV-Anlagen (weniger als 10 kW) von heute 235 Yen/W (1,76 US-Dollar/Watt installierter Leistung) bis 2030 auf rund 125 Yen/W (0,9 US-Dollar/W) fallen, für Anlagen von 10kW-50kW von ¥194/W heute auf einen ähnlichen Betrag fallen. Dasselbe wird auch für mittlere und große Solarprojekte vorhergesagt, wobei die Kosten aller vier Systemtypen im Business-as-Usual-Szenario bis 2030 voraussichtlich auf 100-150 Yen/W fallen werden.

(Quelle: PV Tech, 10.06.2022)

Quelle: BayWa r.e

2G Energy baut Wasserstoffkraftwerk am Fuji

2G Energy AG, ein führender Anbieter von Blockheizkraftwerken aus NRW, hat im Juli in Fujiyoshida City in der Nähe des Mt. Fuji ein weiteres Wasserstoff-BHKW mit 320 kW in Betrieb genommen. Es speist regenerativ erzeugten Strom in das lokale Netz ein.

Partner vor Ort ist der Energiedienstleister Erex, der bereits fünf Biomassekraftwerke in der Region betreibt. Erstmals hat das Unternehmen nun ein Wasserstoff-BHKW ins Portfolio aufgenommen. Durch die dezentrale Nutzung von regenerativ erzeugtem Wasserstoff will Erex den ländlichen Raum mit klimaneutraler Energie versorgen.

(Quelle: energie.de, 12.07.2022)

Quelle: 2G Energy AG

Frachtschiffe sollen klimafreundlich werden

Großseefrachter sind Klimasünder: die mit Schweröl betriebenen Schiffe sind für rund drei Prozent der Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich. Auch japanische Schiffsbauer beeilen sich nun, ihre Flotte zu dekarbonisieren. Bio-Methanol, Wasserstoff oder „grünes“ Ammoniak könnten die Lösung sein.

Während die Schiffsbausparte von Mitsubishi Heavy Industries (MHI) die Nutzungsdauer von Schweröl verlängern will, indem an Bord Kohlendioxid abgeschieden und anschließend an Land für andere Industrieprozesse recycelt wird, setzen andere auf Flüssiggas, das immerhin 25 Prozent weniger Kohlendioxid ausstößt als herkömmliche Schiffstreibstoffe.

Wasserstoff ist eine weitere Möglichkeit. Eine noch höhere Energiedichte verspricht aber Ammoniak, das aus Stickstoff und Wasserstoff besteht. Sofern der Wasserstoff mit erneuerbaren Energien produziert wird, ist Ammoniak klimaneutral. Bei der Verbrennung entsteht dann vor allem Stickstoff und Wasser, aber kein Kohlendioxid. Nihon Shipyard, ein Joint-Venture zwischen Japans größtem Schiffbauer Imabari und Japan Marine United, will bereits 2026 einen 200.000-Tonnen-Frachter mit einem neuen Ammoniak-System auf den Markt bringen.

Die japanische Reederei Mitsui OSK Lines (MOL) geht quasi zurück in die Zukunft: Im Herbst soll der erste Segelfrachter des Konzerns ausgeliefert werden. Der "Wind Challenger" hat einen fest installierten Segelmast am Bug, durch den fünf bis acht Prozent Treibstoff eingespart werden sollen. Für die Zukunft ist ein komplett windangetriebener Segelfrachter namens „Wind Hunter“ mit zwölf Masten geplant. Bis 2024 will MOL 200 Milliarden Yen (ca. 1,4 Milliarden Euro) in die Entwicklung von Null-Emissionsschiffen investieren.

(Quelle: heise online, 18.08.2022)

Quelle: heise online / Shutterstock

Aufbau von Ammoniak-Lieferketten

Ammoniak gilt als alternativer Brennstoff für Schiffe und Kraftwerke. So wie bei Wasserstoff gibt es aber noch keine Massenproduktion mit etablierten Lieferketten. Ein japanisches Konsortium erzeugt hat in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Anlage errichtet, die Wasserstoff aus Erdgas abspaltet und mit Stickstoff zu Ammoniak verbindet, welches dann per Schiff nach Japan transportiert wird.

Ammoniak besteht aus Stick- und Wasserstoff und verbrennt kohlendioxidfrei zu Wasser und Stickoxid. Da es eine höhere Energiedichte als Wasserstoff aufweist, wird es gerade für Großseeschiffe und Kraftwerke als CO₂-neutrale Alternative zu Schweröl und Kohle gefördert und ist ein neuer Pfeiler der japanischen Klimastrategie. Die Regierung will neben den Wasserstoff-Lieferketten nun auch eine Lieferkette für Ammoniak aufbauen. Bis 2030 sollen Kohlekraftwerke 20 Prozent des fossilen Brennstoffs durch Ammoniak ersetzen.

Mit Hilfe von Fördergeldern hat das japanische Konsortium aus dem Ölkonzern Inpex, dem Schwerindustrieunternehmen IHI und der Großreederei Mitsui O.S.K. Lines hat bereits gemeinsam mit lokalen Konzernen in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Anlage errichtet, die Wasserstoff aus Erdgas abspaltet und mit Stickstoff zu Ammoniak verbindet. Dieser wird per Schiff nach Japan transportiert. „Grün“ wird das Ammoniak durch Kohlendioxidabscheidung und -speicherung. Der größte Teil des abgeschiedenen CO2 wird in Ölfelder injiziert, an denen INPEX beteiligt ist. Kritiker wenden ein, dass dieser Umweg weniger effizient sei und es noch keine großindustriellen Methoden für die Kohlendoxidabscheidung, -speicherung und -nutzung gebe.

(Quelle: heise online, 25.08.2022)

 


 

12. Deutsch-Japanisches Umwelt- und Energiedialogforum, 6./7. September 2022, Berlin/online

Erstmalig fand das UEDF in hybrider Form in den Räumlichkeiten des Japan-Deutschen Zentrums Berlin (JDZB) statt. An den beiden Tagen waren insgesamt über 70 Interessierte vor Ort und weitere 140 online dabei und verfolgten die Beiträge und Diskussion zur "Rolle von Städten und Gemeinden auf dem Weg zu 'Net Zero'".

https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/12-deutsch-japanisches-umwelt-und-energiedialogforum.html

„Electronics, Optics & Sensing for Society 5.0“ Clusterreise und Netzwerkveranstaltungen des Landes Thüringen in Japan, 4.-10. September 2022, Tokyo/Hamamatsu/Nagoya

Die Vertreter der thüringischen Cluster OptoNet und SensorikNet sowie GTAI und LEG Thüringen besuchten im Rahmen einer von GTAI geförderten und von ECOS durchgeführten Delegationsreise führende Hightech-Unternehmen in Tokyo sowie die Labore des National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) und die High Energy Accelerator Research Organization (KEK) in Tsukuba. Auf zwei Networking-Veranstaltungen in Tokyo und Hamamatsu tauschten sich die 20 Delegationsteilnehmer mit relevanten japanischen Unternehmen und Forschungsinstituten  über aktuelle Innovationen und Kooperationsmöglichkeiten in diesem spannenden Technologiefeld aus.

https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/electronics-optics-sensing-for-society-5-0-thuringia-and-japan-2.html
https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/electronics-optics-sensing-for-society-5-0-thuringia-and-japan-hamamatsu.html

"Hy5" Inbound-Delegationsreise, 22.-26. August 2022

15 Unternehmensvertreter aus Japan besuchten im Rahmen einer von GTAI geförderten Inbound-Delegationsreise die fünf norddeutschen Küstenländer („Hy5“) zum Thema „Grüne Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland – Potenziale für japanische Unternehmen“. Auf dem Programm stand unter anderem die Besichtigung eines Gasspeichers von EWE in  Huntorf bei Oldenburg als Teil des Projektes „Clean Hydrogen Coastline“.

https://www.mw.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/wirtschaftsminister-althusmann-begrusst-japanische-wirtschaftsdelegation-214562.html

 

„Sustainable Food for Tomorrow“, Deutsch-Japanischer Workshop, 29. Juni 2022, online

Im von ECOS organisierten bilateralen Online-Workshop des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung tauschten sich deutsche und japanische Experten für innovative Lebensmittelproduktion und -verarbeitung über aktuelle Herausforderungen und Strategien aus und präsentierten Innovationen für nachhaltige Lebensmittel von morgen.

https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/sustainable-food-for-tomorrow.html

 


 

Minori 4 - secret to success – ecology movement,
28. September 2022, 9:00 – 10:30 Uhr CEST, online

Natur und Technik sind keine Gegensätze – im Gegenteil, durch kreative Ideen kann beides perfekt kombiniert werden und kommerziell erfolgreich sein. Auf einer Online-Veranstaltung der Wirtschaftsoffensive Kobe (WOKobe) stellen drei Unternehmen vor, wie sie Ökologie und Nachhaltigkeit in ihrem Business praktisch umsetzen.

https://www.linkedin.com/posts/wokobe_ecology-in-the-ecomonic-world-applications-activity-6965614834667114496-LU5L/?utm_source=share&utm_medium=member_desktop

 

Innovation for Cool Earth Forum (ICEF),
5./6. Oktober 2022, Tokyo/online

Das vom japanischen Wirtschaftsministerium METI und der New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO) organisierte Forum steht diese Jahr unter dem Motto „Low-Carbon Innovation in a Time of Crises“. Angesehene internationale Expertinnen und Experten aus Industrie, Wissenschaft und Regierungen diskutieren über innovative Lösungen zur Bewältigung des Klimawandels.

https://www.icef.go.jp/program/

 

Outreach-Event des German-Japanese Energy Transition Council (GJETC),
13. Oktober 2022, 9:00 – 10:30 Uhr CEST, online

Vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrisen ach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine präsentiert der GJETC unter der Überschrift „Approaching carbon neutrality in times of crisis“ Studienergebnisse vor und diskutiert die Implikationen der globalen Entwicklungen auf die Dekarbonisierungsstrategien in Japan und Deutschland.

Nähere Informationen folgen in Kürze.

 

„People Planet Profit - Transforming Industry Towards A Sustainable Future”, Diskussionsrunde,
10. November 2022, 10:30 – 12:00 Uhr CET, Frankfurt/Main und online

Immer mehr Investoren richten ihre Entscheidungen nach Nachhaltigkeitsaspekten und Dekarbonisierungsbemühungen der Unternehmen aus. Ökologische und soziale Werte und Beiträge der Unternehmen spiegeln sich jedoch bisher nicht in der zahlenmäßigen Bilanz wider. In Kooperation mit dem Deutsch-Japanischen Wirtschaftskreis (DJW e.V.) begrüßen wir herausragende Expertinnen und Experten zu einer Diskussionsrunde über die Frage, wie die ESG-Performance von Unternehmen für Anleger transparent und nach einheitlichen Kriterien ausgedrückt werden kann.

https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/people-planet-profit-transforming-industry-towards-a-sustainable-future-3.html