Ausgabe 4/2021

 

Liebe Geschäftspartner und Freunde, liebe Japan-Interessierte,

gerade haben wir zum ersten Mal eine hybride Ratssitzung des German-Japanese Energy Transition Council (GJETC) erfolgreich über die Bühne gebracht – mit tatkräftiger Unterstützung des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin. Immerhin konnten sich die deutschen Ratsmitglieder nach langer Zeit wieder einmal persönlich treffen, um möglichst schnelle Wege (technologische und regulatorische) zur Klimaneutralität zu beraten.

Zum ersten Mal seit seinem Antritt im April 2020 konnte auch Makoto Sekikawa, der Repräsentant des Landes Niedersachsen, das Bundesland persönlich besuchen. Es wird also langsam wieder die auch im geschäftlichen Bereich so wichtige Begegnung von Mensch zu Mensch möglich.

Neues gibt es bei uns: Seit dem 15. September hat ECOS eine neue Adresse im Tokioter Stadtteil Nihonbashi in der Nähe von Tokyo Station. Hier entstand schon in der Edo-Zeit ein Geschäftsviertel rund um eine hölzerne Brücke (hashi), von der die fünf großen Handelsstraßen ausgingen.

Eine ganze Reihe von Veranstaltungen stehen in den nächsten Wochen an: Webinare zu Chancen durch den Strukturwandel („From Coal to Cool“) in der Lausitz-Region oder zu den Aktivitäten im „Silicon Valley“ in Thüringen. Außerdem sind ein Outreach Event und ein Innovation Roundtable zum Thema „industrielle Abwärmenutzung“ des GJETC geplant.

Noch wird dies alles im digitalen Raum stattfinden – wir hoffen auf mehr Präsenzveranstaltungen im nächsten Jahr…

Beste Grüße & bleiben Sie gesund

Ihre

Johanna Schilling


P.S. Wir haben uns mal wieder ins rechte Licht rücken lassen – schauen Sie mal auf unsere Team-Seite!


 

Wer wird Nachfolger von Premierminister Suga?

Nachdem Premierminister Yoshihide Suga am 03.09.2021 überraschend angekündigt hat, bei den Wahlen zum Vorsitz der LDP Ende des Monats nicht mehr kandidieren zu wollen, dreht sich das Kandidatenkarussell der Regierungspartei. Neben altbekannten Parteigranden wie Taro Kono und dem ehemalige Außenminister Fumio Kishida  hat auch eine Frau gute Chancen auf den Posten der LDP-Vorsitzenden und damit auch der Premierministerin.

Die 60jährige Sanae Takaichi aus Nara wird insbesondere von Ex-Premier Shinzo Abe unterstützt. Sie steht für eine nationalkonservative Richtung und war bereits Ministerin unter Abe. Mit ihr würde es eine Neuauflage der von Abe geprägten, auf einer ultralockeren Geldpolitik basierenden Wirtschaftspolitik geben - „New Abenomics“ sozusagen. Dass Suga nach nur einem Jahr im Amt hinwirft, ist der auf nur mehr 30 Prozent gesunkenen Zustimmung in der Bevölkerung geschuldet, verursacht durch eine Reihe von Skandalen um Vetternwirtschaft von  Parteimitgliedern, die zögerliche Haltung im Umgang mit der Corona-Pandemie und das Festhalten an den Olympischen Spielen trotz Pandemie.

(Quellen: FAZ, 03.09.2021; tagesschau.de, 06.09.2021; Süddeutsche Zeitung, 07.09.2021)

 

Geschäftsklima positiv

Trotz Pandemie ist die japanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal stärker gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet um 1,9 Prozent zu. Grund waren höhere Investitionen der Unternehmen als angenommen. Dennoch erholt sich Japan langsamer als die USA und China von der Corona-Krise.

In der jüngsten Umfrage der AHK Japan schätzen 90% der befragten deutschen Unternehmen in Japan das Land als Stabilitätsanker und wichtigen Kooperationspartner mit Chancen in relevanten Zukunftsfeldern.  Japan gilt hier weiterhin als wichtiger und profitabler Markt. 86% nennen das hohe Absatzpotenzial als den wichtigsten Grund für ihre Präsenz in Japan, aber auch Aufspüren neuer Trends (59%) und die Beobachtungen der japanischen Wettbewerber auf dem Heimatmarkt (53%) werden als wichtige Faktoren angesehen.

Trotz Pandemie konnten 83% der in Japan ansässigen deutschen Unternehmen 2020 Vorsteuergewinne erzielen. Nach Einschätzungen der befragten deutschen Manager in Japan erwarten 73% einen erheblichen Anstieg des Umsatzes. Dabei sind wichtigste Felder einer zukünftigen bilateralen Zusammenarbeit insbesondere die Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnik (48%), sowie digitalen Technologien und Green Tech (je 39%).

Die größte Herausforderung für deutsche Unternehmen bleibt auch 2021 die strikten pandemiebedingten Einreise- und Visabeschränkungen der Regierung, die nach der Verlängerung des Ausnahmezustandes in Tokio und weiteren Regionen bis Mitte September voraussichtlich nicht gelockert wird.

(Quellen: AHK Japan, 23.06.2021; Reuters, 16.08.2021; Wirtschaftswoche, 08.09.2021)


 

Mehr erneuerbare Energien im Energiemix 2030

Um die Verpflichtungen aus den internationalen Vereinbarungen zum Klimawandel zu erfüllen, hat Japan die Ausbauziele für erneuerbare Energien angehoben. Nach den neusten Plänen des METI soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung im Jahr 2030 bei 36-38 % liegen, einer Verdoppelung gegenüber 18% im Fiskaljahr 2020. Das bisherige Ziel der Regierung sah bisher lediglich eine Erhöhung auf 22-24% erneuerbaren Energien im Netz bis 2030 vor.

Der Einsatz von Kohle soll nach dem neuen Plan von 26% auf 19 % gesenkt werden. Der Anteil von Flüssiggas soll von 56 % auf 41% reduziert werden. Japans Zielvorgabe für die Kernenergie bleibt unverändert bei 20-22%, während neue Brennstoffe wie Wasserstoff und Ammoniak etwa 1% des Strommixes ausmachen sollen.

Die Kursänderung erfolgte, nachdem Japan im April sein Ziel für 2030 zur Senkung der Kohlenstoffemissionen von 26 % im Vergleich zu 2013 auf 46 % fast verdoppelt hatte. Das Renewable Energy Institute (REI) nannte den neuen Energiestrategieplan zwar einen Schritt in die richtige, kritisierte aber das Festhalten an der Kohleverstromung und den angesichts der langwierigen Genehmigungsverfahren für alte und neue Kernkraftwerke unrealistisch hoch angesetzten Anteil der Kernkraft.

(Quellen: Reuters, 21.07.2021; Renewable Energy Institute (REI), 16.07.2021)

 

Japans Umweltministerium will Ziel für Solarstromerzeugung im GJ30 erhöhen

Um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, erhöht das Ministry of Environment (MoEJ) sein Ziel für die Solarstromerzeugung bis 2030 um rund 20.000 MW, was in etwa der Kapazität von 20 Kernkraftwerken entspricht. Bis 2030 sollen so PV-Kapazitäten von mehr als 108.000 MW erreicht, 70 % mehr als das derzeitige Ziel (64.000 MW).

Bis zum Geschäftsjahr 2019 wurden bisher rund 56.000 MW installiert. Wird das derzeitige Ausbautempo beibehalten, könnte laut Berechnungen der Regierung bis zum Jahr 2030 eine Kapazität von rund 88.000 MW erreicht werden.

Das Umweltministerium hat den Entwurf ausgearbeitet, um die Nutzung der erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Hintergrund ist das neue Ziel der japanischen Regierung, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um mindestens 46 % des Niveaus von 2013 zu senken. Drei Schwerpunktbereiche rücken in den Fokus - der öffentliche Sektor, die Unternehmen und die Kommunen. Für jeden der Bereiche wurden spezifische Initiativen und Einführungsziele ausgearbeitet. Im öffentlichen Sektor sollen 6.000 MW durch die Installation von Solarstromanlagen bis zum Jahr 2030 in 50 % der nationalen und lokalen Regierungsgebäude installiert werden. Für den Unternehmenssektor strebt die Regierung einen Zuwachs von 10.000 MW an, indem sie Stromabnahmeverträge für die Installation von Solarmodulen zum Nulltarif weithin anbietet und Gebäude und Parkplätze durch die Einführung von Stromerzeugungsanlagen zur Selbstversorgung anregt. Auf lokaler Ebene sollen in 1.000 Städten, Gemeinden und Dörfern etwa 4.000 MW an Solarstromanlagen im öffentlichen Raum installiert werden.

(Quelle: The Japan News, 07.07.2021)

 

Ökostrom für den Atomkonzern

Zehn Jahre nach der dreifachen Katastrophe von Fukushima werden die brachliegenden Felder heute vielerorts zum Betrieb von Solarstromanlagen von den Anwohnern genutzt. Über 34 Hektar mit einer Nennleistung von 32 MW sind bereits installiert.

Viele der Anwohner haben die Entschädigungszahlungen sowie zusätzliche langjährige Kredite aufgenommen, um die Solarprojekte zu finanzieren. Anreiz war die Garantie der japanischen Regierung, die hohe Abnahmepreise versprach, um Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben. In Folge der Einführung eines Auktionssystem für die Einspeisung von Solarstrom aus Großanlagen durch die japanische Regierung sanken die Preise allerdings erheblich. Zu den Investitionskosten für die Anlagen, zahlen die lokalen Kleinst-Betreiber jährliche Betriebskosten von umgerechnet etwa 200.000 Euro. Somit fließt der Solarstrom kostenpflichtig ins Netz von Tokyo Electric Power Company (TEPCO), der Betreiberfirmer des havarierten Reaktors Fukushima Daiichi.

(Quelle: ZDF.de, 04.08.2021)

 

Japan sagt 10 Mrd. $ Finanzhilfe für die Energiewende in Asien zu

Die finanzielle Unterstützung einschließlich Kredite und Investitionen aus dem öffentlichen sowie privaten Sektor soll zur Senkung der Kohlenstoffemissionen in den einzelnen Ländern beitragen. Bei einem virtuellen Treffen mit den ASEAN-Energieministern im Juni 2021 schlug Wirtschaftsminister Hiroshi Kajiyama verschiedene Maßnahmen vor, darunter die Unterstützung jedes Landes bei der Festlegung eines realistischen Weges zur Kohlenstoffneutralität und der Entwicklung eines Fahrplans zur Erreichung dieses Ziels. Zu den konkreten Projekten gehören u. a. der Bau von Gaskraftwerken und Terminals für die Aufnahme von verflüssigtem Erdgas (LNG). Laut Takeshi Soda, Direktor für internationale Angelegenheiten des METI, gilt dies als Alternative zu Kohle und als wichtiger Übergangskraftstoff.

(Quelle: Reuters, 21.06.2021)

 

Kooperation zwischen Fred. Olsen und Shimizu bei Offshore-Windkraftanlagen

Fred. Olsen Ocean (FOO), eine Tochtergesellschaft des norwegischen Konzerns Bonheur ASA, wird künftig bei Offshore-Windkraftprojekten mit dem japanischen Baukonzern Shimizu zusammenarbeiten.

Die Partnerschaft beschränkt sich nicht nur auf Japan, das bis 2030 eine Offshore-Windkraftkapazität von 10 GW aufbauen will, sondern auch auf den Weltmarkt. Dabei werden Synergien zwischen genutzt, die das Know-how von FOO bei der Installation von Offshore-Windturbinen mit den Baukompetenzen von Shimizu und seiner Kenntnis des japanischen Marktes.

Shimizu baut derzeit ein Hubschiff, das in der Lage sein wird, große Turbinen von bis zu 12 MW zu installieren. Das Schiff soll Ende 2022 ausgeliefert werden. Fred. Olsen Windcarrier (FOWIC) wird dabei der führende Partner für Projekte außerhalb Japans sein, an denen das Schiff von Shimizu beteiligt sein wird, während das japanische Unternehmen der führende Partner für Projekte im Inland ist. FOWIC übernimmt dabei eine Unterstützende Rolle hinsichtlich der Planung und Ausführung der anstehenden Offshore-Windkraftanlagen in Japan und bei der Ausbildung des Personals

Zu FOO gehören FOWIC, Global Wind Service und United Wind Logistics. FOWIC verfügt über drei bestehende Schiffe, die 2024/25 ein Kranaufrüstungsprogramm absolvieren werden, um für die 13-MW-15-MW-Turbinen und größere Turbinen geeignet zu sein. Der Bau eines vierten Schiffes ist in Planung.

(Quelle: Renewables Now, 29.06.2021)

 

Siemens-Gamesa erhält Auftrag für taifunsicheren On-shore Windpark auf Hokkaido

Der deutsch-spanische Windenergieanlagen Hersteller Siemens Gamesa erhält einen Großauftrag aus Japan für den Aufbau des bislang größten japanischen Onshore-Wind-Clusters. Wegen der speziellen klimatischen Bedingungen mit hohen Windgeschwindigkeiten und der Gefahr von Taifunen liefert Siemens Gamesa eine speziell entwickelte Anlagenvariante.

Geplant ist die Installation von 79 taifunsicherer Onshore-Windturbinen mit einer Anlagenleistung von 4,3 MW. Das Windpark-Vorhaben in Dohoku (Hokkaido) mit einer Gesamtleistung von 339,7 MW soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 vollständige in Betrieb genommen werden.

(Quelle: IWR, 16.06.2021)

 

Toyota Material Handling stellt auf Grünstrom um

Toyota Material Handling Europe hat im April das selbstgesteckte Ziel erreicht, bis 2021 komplett auf Strom aus erneuerbaren Quellen umzusteigen. Alle zum Unternehmen gehörende Betriebe in Europa werden zu 100% mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben inkl. der fünf Fabriken, 21 nationalen Marketing- und Vertriebsgesellschaften, drei Hauptniederlassungen in Schweden sowie mehrere Lagerhäuser und Werkstätten.

Seit 2012 konnten in der gesamten europäischen Organisation die CO2-Emissionen um 29% gesenkt und die Kosten für Energie um rund 10% eingespart werden. Laut dem Unternehmen sei die Umstellung auf grünen Strom eine Aktion von über 200 Projekten, in die man derzeit investiere, um die Energieeffizienz zu erhöhen und Emissionen zu reduzieren. Nicht zuletzt will man durch diese Maßnahmen auch seine Kunden, die ebenso das Null-Emissionen-Ziel anstreben, weiter von sich als Geschäftspartner überzeugen.

(Quelle: Schweizer Maschinenmarkt, 22.06.2021)

 

Bank of Japan legt neues Programm zur Bekämpfung des Klimawandels auf

Die Bank of Japan (BOJ) hat im Juni überraschend einen Plan zur Aufstockung der Mittel für die Bekämpfung des Klimawandels vorgestellt, was die Bedeutung des Themas für die Zentralbank unterstreicht.

Die BOJ hielt auch an ihren massiven geldpolitischen Stimuli zur Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung des Landes in Folge der Corona-Pandemie fest und verlängerte die Frist für die im letzten Jahr eingeführten Programme zum Ankauf von Vermögenswerten und zur Vergabe von Krediten an betroffene Unternehmen. Zudem wird angenommen, dass sich Fragen des Klimawandels sich mittel- bis langfristig äußerst stark auf die Wirtschaftstätigkeit, die Preise und die finanziellen Bedingungen auswirken könnten. Daher sieht sich die BOJ in der Verantwortung, die die Bemühungen des Privatsektors zu unterstützen und langfristig zur Stabilisierung der Wirtschaft beizutragen. Im Rahmen des Programms wird die Zentralbank Finanzinstituten Mittel zur Verfügung stellen, die ihre Kredite und Investitionen für Aktivitäten zur Bekämpfung des Klimawandels erhöhen. Dabei reiht sich die BOJ in die steigende Tendenz unter den Zentralbanken ein, die Geldpolitik mit dem Klimawandel zu verknüpfen.

(Quelle: The Asahi Shinbun, 18.06.2021)

 

Studie zu Wasserstoffimporten im kommerziellen Maßstab

Nordwesteuropa wird in großem Umfang Wasserstoff importieren müssen, um die CO2-Emissionen bis 2050 auf netto-null zu senken. Der Hafen von Rotterdam sucht daher nach Möglichkeiten, neue Wasserstoff-Lieferketten aus Ländern aufzubauen, in denen Wasserstoff kostengünstig produziert und geliefert werden kann. Jetzt führen der Hafenbetrieb Rotterdam, Koole Terminals, die Chiyoda Corporation und die Mitsubishi Corporation eine gemeinsame Studie über den Import von Wasserstoff in großem Maßstab durch. Die Unternehmen streben an, im Jahr 2025 100 bis 200 ktpa und im Jahr 2030 300 bis 400 ktpa Wasserstoff zu importieren.

Im Jahr 2020 schlossen Chiyoda Corporation, Mitsubishi Corporation und MITSUI & CO, LTD. sowie Nippon Yusen Kabushiki Kaisha das Demonstrationsprojekt für den Langstreckentransport (5000 km) und die Speicherung von Wasserstoff unter Verwendung der SPERA-Wasserstofftechnologie der Chiyoda Corporation erfolgreich ab. Es wird erwartet, dass SPERA Hydrogen eine wichtige Rolle bei der Realisierung von Wasserstoffversorgungsketten im kommerziellen Maßstab weltweit spielen wird.

(Quelle: Port of Rotterdam, 30.07.2021)

 

Aluminiumdosen sollen in Japan Plastikflaschen ersetzen

Einige japanische Marken bieten jetzt vermehrt Getränke in Aluminiumdosen anstelle von Plastikflaschen an. Diese Entscheidung wird als Gegenmaßnahme im Kampf gegen die Plastikverschmutzung der Meere verstanden.

Da das Umweltbewusstsein der Verbraucher immer stärker in den Vordergrund rückt und die nationalen Plastikverbote in letzter Zeit immer häufiger werden, investieren die Hersteller in nachhaltige Technologien und Produkte. Ryohin Keikaku Co., eine Gruppe unabhängig geführter japanischer Geschäfte, die auch den Getränkehändler Muji betreibt, verkauft seit April alle 12 Tees und Erfrischungsgetränke aus dem Produktportfolio der Marke in Aluminiumdosen statt in Plastikflaschen. Anfang dieses Jahres hat die Dydo Group Holdings Inc., ein weiterer bekannter japanischer Getränkehersteller, in ähnlicher Weise in sechs Fällen seine Plastikflaschen gegen Dosen ausgetauscht, wobei die betreffenden Produkte Kaffee und Sportgetränke umfassen.

Der Trend zur Verwendung von Aluminium anstelle von Kunststoff in Verpackungsanwendungen hat sich auch weltweit durchgesetzt. So wurde auf dem letzten G7-Gipfel im Juni in Cornwall Wasser in Aluminiumdosen angeboten, und im April verpflichtete sich der Konsumgüterriese Unilever, in den USA Shampoo in Aluminiumflaschen zu verkaufen.

(Quelle: Waste Management World, 09.08.2021)

 

Züchtung von Gemüse an Bahnhöfen

Indoor Farming boomt in Japan. Nun will die japanische Eisenbahngesellschaft JR East mit der Züchtung von Gemüse an ihren Bahnhöfen beginnen.

Die Idee dazu stammt von dem deutschen Start-up Unternehmen Infarm, in das JR East investiert hat. In einem der Märkte der japanischen Supermarktkette Summit in Tokyo wird bereits Salat und Gemüse angepflanzt, ebenso wurden Indoor-Farmen in von JR East betriebenen Supermärkten eingerichtet. JR will nun das Geschäft auf Einkaufszentren in Bahnhöfen ausweiten. Aufgrund des geringeren Wasserverbrauchs wird Indoor-Farming immer beliebter als Mittel zur Reduzierung der ökologischen Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft. Nach Angaben von Infarm benötigt die neue Pflanzmethode 95% weniger Wasser als beim Freilandanbau, bei weniger als einem Zentel der ansonsten benötigten Anbaufläche.

(Quelle: Nikkei, 07.05.2021)


 

GJETC Council Meeting, 13. - 14.09.2021

Am 13. und 14. September 2021 fand im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (JDZB) das 11. Ratstreffen des German-Japanese Energy Transition Council (GJETC) in hybrider Form statt. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie standen die Herausforderungen durch die globale Verschärfung des Klimawandels und deren Auswirkungen auf die Verhandlungen auf der COP26 in Glasgow im Mittelpunkt der Diskussionen. Daraus ergeben sich neue Forschungsfragen für die Beschleunigung der Energiewende und die Gestaltung einer sozial-ökologischen Transformation zur Klimaneutralität. Der GJETC beriet über die aktuelle Situation und beschloss zusätzliche Studien unter anderem zur Dekarbonisierung der Industrie, zu Batteriesystemen und zu Langfristszenarien.

http://www.gjetc.org/events/council-meetings/

Stakeholder Dialog mit Young Scientists, 01.09.2021

Der Deutsch-Japanische Energiewende-Rat will zur Beschleunigung der Energiewende beitragen, indem er den binationalen Austausch zwischen deutschen und japanischen Wissenschaftler*innen fördert, die sich mit Energiefragen mit Bezug zu Japan und/oder Deutschland beschäftigen. Unter Berücksichtigung der Energieversorgungssicherheit, des sozialen Wohlstands und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft will der Rat Energielösungen und -politiken entwickeln, die im Einklang mit den ehrgeizigen Klimaschutzverpflichtungen beider Länder stehen.

Um den Blickwinkel zu erweitern und den Dialog mit der in diesem Bereich tätigen Forschung zu intensivieren, lud der GJETC acht junge Wissenschaftler*innen ein, ihre aktuellen Aktivitäten vorzustellen, mögliche neue Forschungsbereiche innerhalb des Rates anzuregen und die aktuellen Studienthemen des GJETC zu diskutieren.

http://www.gjetc.org/stakeholder-dialogues/

Expertentalk Japan, 07.07.2021

Die Coronavirus-Pandemie beeinträchtigt weiterhin spürbar Japans Wirtschaftsaktivitäten. Der Wachstumsoptimismus in Japans Wirtschaft nimmt derzeit aber wieder leicht zu und bietet nicht zuletzt deshalb neue Möglichkeiten für deutsche Unternehmen, auch wenn die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch längere Zeit zu sehen sein werden.

Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung lud interessierte Unternehmen aus Niedersachsen zu einem Online-Austausch über aktuelle Entwicklungen und Geschäftschancen von niedersächsischen Unternehmen auf dem japanischen Markt ein. Experten aus Japan berichteten über aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen.

https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/expertentalk.html

 

"Carbon Pricing in Germany, the EU and Japan", Webinar, 06.07.2021

Je nach den sozialen und wirtschaftlichen Strukturen eines Landes und seinem regulatorischen Umfeld sind die Herausforderungen für Kohlenstoffpreismechanismen unterschiedlich. Die Einführung wirksamer Kohlenstoffbepreisungsmechanismen erfordert daher eine sorgfältige Auswahl der geeigneten Gestaltungsoptionen. Darüber hinaus müssen Kohlenstoffbepreisungssysteme in ein breiteres Spektrum von Maßnahmen eingebettet sein und vom politischen Willen und der Akzeptanz anderer Interessengruppen getragen werden.
Das Webinar informierte über die bisherigen Erfahrungen mit Kohlenstoffbepreisungsmechanismen für den Energie- und Industriesektor in Deutschland/der EU und Japan und konzentrierte sich dabei auf Fragen wie:

  • Handel vs. Steueransätze: unterschiedliche Umstände - unterschiedliche Antworten?
  • Leichte Gewinne vs. große Herausforderungen: verschiedene Phasen der Kohlenstoffbepreisung auf dem Weg zum Netto-Nullpunkt 2045/2050.
  • Grenzen der Kohlenstoffbepreisung und die Rolle von alternativen und/oder unterstützenden Instrumenten und Politiken.

https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/carbon_pricing_d.html

 

GJETC Outreach Event, 02.07.2021

Jenseits des Klimanotstands - Schritte zur Kohlenstoffneutralität
Deutsch-japanische Studienergebnisse zu Schlüsselfragen

Die COVID-19-Pandemie hat die Weltgemeinschaft daran erinnert, dass globale Bedrohungen auf globaler Ebene bekämpft werden müssen, was eine internationale Zusammenarbeit unerlässlich macht. Dies gilt insbesondere für die anhaltende Klimakrise, die das Leben künftiger Generationen bedroht. Um die im Pariser Abkommen verkündeten Ziele zu erreichen, sind gemeinsame Anstrengungen zur Förderung der Energiewende und anderer klimapolitischer Maßnahmen weltweit erforderlich.

Seit seiner Gründung im Jahr 2016 arbeitet der German-Japanese Energy Transition Council (GJETC) an strategischen und systemischen Analysen, um Politikberatung für neue und langfristige Perspektiven auf dem Weg zu einer ambitionierten Energiewende zu entwickeln.

In einer Online-Veranstaltung am 2. Juli 2021 (9:00-10:30 Uhr MESZ / 16:00-11:30 Uhr JST) präsentierten Mitglieder des GJETC Ergebnisse und Politikempfehlungen aus aktuellen Studien, die sich mit Schlüsselfragen für die Energiewende in beiden Ländern beschäftigen:

  • Wie können Künstliche Intelligenz (KI) und Big Data genutzt werden, um den Betrieb der Stromnetze zu optimieren?
  • Inwieweit können Carbon Capture, Use and Storage (CCUS) und Wasserstoff zur Dekarbonisierung von energieintensiven Industrien beitragen?
  • Welche Auswirkungen von COVID-19 auf Energieverbrauch, soziales Verhalten und Klimapolitik sind zu beobachten?

Auch neue Studienthemen für die 3. Phase des GJETC wurden vorgestellt. Unter anderem gab der Rat einen Überblick über die deutsche/japanische Klimastrategie und ihre Auswirkungen und diskutierte mögliche Wege und Lösungen zur Kohlenstoffneutralität. Die Teilnehmer waren eingeladen, sich an der Fragerunde zu beteiligen.

"Smart Farming: Potenziale der Digitalisierung in der Landwirtschaft“, Dt.- Jp. Online-Workshop, 29.06.2021

In Japan hat sich die Regierung zum Ziel gesetzt, die Verbreitung von IoT, Big Data und KI in der Landwirtschaft zu fördern, um eine „smarte, nachhaltige, arbeitssparende und hochproduktive Landwirtschaftsstruktur, angepasst an japanische Gegebenheiten zu schaffen“. Der Markt für Smart Farming in Japan wird Untersuchungen zu Folge von 165 Millionen US$ (2019) bis zum Fiskaljahr 2026 auf 460 Millionen US-Dollar (US$) wachsen.

In einem bilateralen Online-Workshop haben sich deutsche und japanische Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Industrie und Politik über die jeweiligen Potenziale der Digitalisierung in der Landwirtschaft, aktuelle Strategien und Innovationen ausgetauscht. Möglichkeiten für F&E-Kooperationen oder strategische Allianzen mit japanischen Playern und Regionen sowie Geschäftsmöglichkeiten wurden identifiziert.

https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/smart_farming_d.html


 

Webinar: From Coal to Cool - Structural Change Effects of the “German Energiewende”

From Coal to Cool: Structural Change Effects of the “German Energiewende”,
New Business Opportunities
in Eastern Germany

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaften des Freistaates Sachsen und des Landes Brandenburg laden alle interessierten japanischen Unternehmen zu einem Webinar am 5. Oktober 2021 ein. Experten aus Verwaltung, Industrie (Skeleton, Nagano Keiki) und Wissenschaft (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Fraunhofer IAP) informieren aus erster Hand über die Geschäftspotenziale und geben einen Einblick in laufende und geplante Projekte im Bereich Energie, Wasserstoff und Mobilität.

https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/from-coal-to-cool.html

 

Seminar: The „Silicon Valley of Europe” begins in the heart of Europe – in Thuringia

Die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen bietet eine Reihe von kostenlosen Investitions-Webinaren an, die sich an japanische Unternehmen und Institutionen richten, die sich für die neuesten Technologietrends aus dem zentralsten Industriestandort Europas interessieren. In drei Webinaren wird sich die LEG auf die Bereiche Halbleiter & IoT, Life Sciences und Umwelttechnologien konzentrieren. In ihrer ersten Folge nehmen unsere Referenten Sie mit auf eine Reise in Europas stärkste zusammenhängende Halbleiter- und Elektronikregion.

https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/online-seminar-thuringia-de.html

 

Japan Home and Building Show 2021

Die Japan Home Building Show (JHBS) ist die größte Fachmesse für Baumaterialien in Japan (Japan Home & Building Show in Tokio, 17.-19. November 2021) und ermöglicht auch in diesem Jahr ausländischen Ausstellern eine virtuelle Teilnahme. Vom 25. September bis 17. Dezember 2021 haben Sie die Möglichkeit, Informationen über Ihre Produkte und Ihr Unternehmen auf einer speziellen Messe-Website online zu stellen. Gegen einen geringen Aufpreis können Sie über die Plattform auch Ihre eigenen Online-Seminare abhalten.

https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/japan-home-and-building-show-2021.html