Ausgabe 2/2021

© Tatsuaki Tanaka

 

Liebe Geschäftspartner, liebe Freunde,

Nichts bleibt wie es ist; alles ist einem permanenten Wandel unterworfen. Dies betrifft auch ECOS. Im letzten ECOS Japan Newsletter hat Sie meine Kollegin Johanna Schilling begrüßt. Nicht ohne Grund: Johanna wird in Kürze in die Geschäftsführung von ECOS aufrücken und mir das eine und andere an Verantwortung abnehmen. Ich freue mich mit Johanna eine Kollegin in der Geschäftsführung zu haben, die über 20 Jahre ECOS-Erfahrung mitbringt und bisher schon sehr kompetent und eigenverantwortlich bedeutende Projekte bei ECOS geführt hat, wie zum Beispiel das bereits seit vielen Jahren erfolgreiche deutsch-japanische Umwelt- und Energiedialogforum (UEDF).

Corona zwingt uns neue Wege zu beschreiten. Dies betraf auch unseren zweiten „long runner“, das deutsch-japanische Wirtschaftsforum auf der Hannover Messe. Letztes Jahr musste es leider pandemiebedingt ausfallen, dieses Jahr haben wir es mit unseren Partnern AHK Japan und Deutsche Messe AG im Rahmen der digitalen Hannover Messe als Online-Forum durchgeführt – mit positiven Feedbacks sowohl der Teilnehmer wie auch der Panellisten. In 2022, wenn die Hannover-Messe hoffentlich wieder als (teilweise) Präsenzveranstaltung durchgeführt wird, überlegen wir das deutsch-japanische Wirtschaftsforum als Hybrid-Veranstaltung durchzuführen, um so noch eine größere Reichweite zu erzielen.

Dass digitale Formate auch in kleinerem Rahmen gut funktionieren können, zeigte unsere virtuelle Fachexkursion mit Expertenworkshop zu industrieller Abwärme. Auch wenn die Projektbesichtigungen nur virtuell durchgeführt werden konnten, war der viertägige Austausch unter deutschen und japanischen Experten sehr intensiv, erkenntnisreich und fruchtbar, auch im Hinblick auf Kooperationsansätze.

 

Ihr
Wilhelm Meemken


 

‚Green Innovation Fund‘: 2 Billionen Yen für 18 Technologiebereiche

Im Rahmen ihrer ‚Green Growth Strategy‘ hat die japanische Regierung einen ‚Green Innovation Fund‘ in Höhe 2 Billionen Yen (ca. 15,2 Mrd. Euro) aufgelegt, mit dem in den kommenden zehn Jahren insgesamt 2 Billionen Yen in Zukunftstechnologien investiert werden sollen. Am 9. April gab das METI nun 18 Themen- bzw. Technologiebereiche bekannt, die Gelder aus dem Fonds erhalten sollen:

  • Kostensenkung für Offshore-Windparks
  • Kostensenkung für Solarstromerzeugung
  • Aufbau eines Versorgungsnetzes zu dem Ausbau der Wasserstoffversorgung
  • Herstellung von Wasserstoff durch erneuerbare Energie
  • Wasserstoffnutzung in der Stahlproduktion
  • Aufbau eines Versorgungsnetzes zum Ausbau der Ammoniakversorgung
  • Herstellung von Plastikrohstoffen unter Verwendung von CO2
  • Herstellung von Brennstoffen unter Verwendung von CO2
  • Kostensenkung der Herstellung von CO2 absorbierenden Beton
  • CO2 Abtrennung und Rückgewinnung
  • CO2 Rückgewinnung bei Verbrennungsanlagen
  • Entwicklung von Speicherbatterien für EV
  • Wandel des Versorgungsnetzes in der Automobilindustrie
  • Autonome Fahrt in der Logistik und Verkehr
  • Verbesserung des Energieeffizienz bei Datenzentren und Halbleiter
  • Entwicklung von Wasserstoffflugzeug und Elektroflugzeug
  • Entwicklung von Wasserstoffschiff und Ammoniakbrennstoffschiff
  • CO2 Reduktion in Landwirtschaft

Für den Bereich Wasserstoff hat die Regierung als erstes konkrete Beträge genannt: Bis zu 370 Milliarden Yen sollen für die wasserstoffbezogenen Themenbereiche bereit gestellt werden, davon allein 300 Mrd. Yen für Projekte zum Aufbau der Versorgung mit großen Wasserstoffmengen aus dem Ausland, und bis zu 70 Mrd. Yen für den Ausbau der Wasserelektrolyse-Kapazität in Japan. Ab Mai können Unternehmen Anträge einreichen.

Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem Inhalt der Projektvorschläge, und wird je nach Projektfortschritt in mehreren Phasen ausgezahlt.

Die Budgets für die 16 weiteren Technologiebereiche werden noch festgelegt.

(Quellen: Nikkei Shimbun, 09.04.2021; Nikkei Shimbun, 28.04.2021)

 

Japans Wirtschaft Ende 2020 kräftig gewachsen - aber im 1. Quartal 2021 droht neuer Dämpfer

Japans Wirtschaft ist im vierten Quartal 2020 überraschend stark gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg zwischen Oktober und Dezember um 3,0 Prozent zum Vorquartal. Ökonomen hatten nur mit plus 2,3 Prozent gerechnet, nach 5,3 Prozent Wachstum im Sommer. Allerdings droht Anfang 2021 wegen der Corona-Pandemie wieder ein Rückschlag für die Konjunktur. Im Gesamtjahr 2020 schrumpfte Japans Wirtschaft in Folge der Pandemie um 4,8 Prozent und somit erstmals seit der Rezession in der Finanzkrise 2009. Die japanische Regierung erwartet für das Fiskaljahr 2021 ein reales Wirtschaftswachstum von etwa 4,0% und ein nominales Wachstum von 4,4%.

(Quellen: Reuters 15.02.2021, Cabinet Office 18.01.2021)

 

Regierung verabschiedet neues Corona-Wirtschaftspaket

Auch in Japan ist Corona noch nicht vorüber: kurz vor der „Golden Week“ hat die Regierung den bereits dritten Ausnahmenzustand für die vier Präfekturen Tokio, Osaka, Hyogo und Kyoto vom 25. April bis zum 11. Mai ausgerufen. Restaurants, Bars Alkoholausschank und Karaoke-Einrichtungen sollen ganz und Restaurants um 20 Uhr schließen. Deutlich später als Deutschland hat Japan am 12. April mit Corona-Schutzimpfungen für Menschen ab 65 Jahren können nun ihre Spritze bekommen, nachdem Japan in den ersten Wochen des Impfprogramms zuerst Ärzte und Krankenschwestern in Covid-Abteilungen versorgt hatte.

Am 8. Dezember 2020 verabschiedete die Regierung als Reaktion auf die Ausbreitung des COVID-19 das dritte Konjunkturpaket für dieses Fiskaljahr. Es umfasst direkte Ausgaben in Höhe von 30,6 Billionen Yen und fiskalischer Investitionen und Kredite in Höhe von 40,0 Billionen Yen betragen. Ein Großteil der Gelder soll in die Anpassung der Wirtschaftsstruktur an die Post-Corona-Zeit fließen. Premierminister Yoshihide Suga erwartet, dass die Maßnahmen einen Anstieg des BIP um etwa 3,6% bewirken werden.

(Quellen: Wirtschaftswoche, 30. April 2021, NHK 25. April 2021, Asahi Shinbun, 8.12.2020)


 

Japan erhöht das Ziel zur Reduzierung von Treibhausgasen auf 46%

Premierminister Yoshihide Suga verkündete pünktlich zum von US-Präsident Biden organisierten Klimagipfel Ende April Japans neue Zielmarke zur Senkung der Kohlendioxid-Emissionen: bis 2030 sollen diese um 46% im Vergleich zu den Werten von 2013 fallen. Damit reagierte Japan auf den Druck der USA und einheimischer Unternehmen sowie von Umweltschützern, die das bisherige Ziel von 26% als unambitioniert kritisierten.

So hatte die Japan Climate Initiative (JCI) in einem offenen Brief noch vor dem US-Klimagipfel die japanische Regierung zu mehr Ehrgeiz bei den Klimazielen aufgefordert. Mitglieder der JCI sind über 200 teils namhafte Unternehmen, etliche Kommunalverwaltungen und eine Reihe von NGOs. Laut JCI muss Japan sein Emissionsreduktionsziel von derzeit 26% auf ein ehrgeiziges Niveau anheben, das Japans Verantwortung als führende Volkswirtschaft besser repräsentiert und mehr mit dem Ziel der Europäischen Union von 55% und 50% für die Vereinigten Staaten übereinstimmt.

Darüber hinaus erklärte der JCI-Vorsitzender Takejiro Sueyoshi : "Die Zeit, in der Unternehmen eine zusätzliche Belastung durch die staatliche CO2-Reduktionspolitik spürten, ist vorbei. Jetzt verlieren Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil, wenn sie sich nicht ernsthaft mit (ihrem Beitrag zum) Klimawandel auseinandersetzen. [...] Die Regierung muss die Risiken für japanische Unternehmen verstehen, wenn Japan weiterhin seinen Beitrag zur Verlangsamung und Umkehrung der globalen Erwärmung nicht leistet. Ein Unternehmen möchte nicht als aus einem Land kommend angesehen werden, das es mit dem Umweltschutz nicht ernst meint."

Dylan Tanner, Geschäftsführer von InfluenceMap, einem in London ansässigen Datenanalyseunternehmen sagte gegenüber Reuters: „Japans Erhöhung auf 46% ist ein begrüßenswerter Schritt, ebenso wie sein informelles Versprechen, eine 50%ige Reduktion anzustreben".

Japans mächtige Wirtschaftslobby, Keidanren, wird von energieintensiven Sektoren dominiert. Laut einer Studie (2020) von InfluenceMap führt dieses zu einer nationalen Politik, die Kohle begünstigt und Versuche zur Bekämpfung des Klimawandels behindert. Die Regierung überarbeitet in 2021 die Energiepolitik hat aber bis jetzt die Unterstützung für Kohle noch beibehalten.
"Alle Augen werden nun auf die anstehende Revision des Energiestrategieplans gerichtet sein, wobei große Teile der japanischen Wirtschaft auf ein Ziel von 50% oder mehr erneuerbaren Energien bis 2030 drängen", so Tanner. "Eine solche Zahl würde sowohl regulatorische Reformen als auch Investitionen in Japans Energiesektor im Einklang mit den globalen Trends hin zu Solar- und Windenergie in Gang setzen."

(Quelle: Renewable Energy Institute, 27.04.2021, Thompson Reuters Foundation, 22.04.2021, Japan Climate Initiative (JCI), 19.04.2021), The Mainichi, 18.04.2021

 

„Zero-Carbon Cities“ als Ziel

Umweltminister Shinjiro Koizumi hat unter Schlagwort „Zero-Carbon Cities“ eine Kampagne, die mehr Städte und Kommunen in Japan dazu aufruft, sich dazu zu verpflichten, die Kohlendioxidemissionen bis 2050 real auf Null zu reduzieren. Die Zahl der Kommunen, die bis zu diesem Datum kohlenstoffneutral werden wollen, ist in den letzten anderthalb Jahren von vier auf 370 gestiegen, was einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung des Landes entsprechen würde.
Laut einer Umfrage der Asahi Shimbun und der Hitotsubashi-Universität haben sich allerdings bisher nur 30 Prozent der Kommunen, die sich vorgenommen haben, bis 2050 "Null-Emissions-Städte" zu werden, konkrete Ziele gesetzt. Die meisten der befragten Kommunalverwaltungen gaben an, dass sie vor großen Hürden stehen, wenn es darum geht, einen Fahrplan zur Erreichung dieses Ziels zu erstellen. Zu diesen Hürden gehören ein Mangel an Fachwissen und finanziellen Ressourcen, sowie eine Scheu vor Projekten fernzuhalten, die bei den Bürgern umstritten sein könnten.

(Quellen: Asahi Shimbun, 19.04.2021 )

 

Pläne für neue Kohlekraftwerke einkassiert

Die japanischen Stromversorger vollziehen nach und nach eine Kehrtwende: Kanden Energy Solution Co., eine Tochtergesellschaft der Kansai Electric Power Co., erklärte am 27. April mit Verweis auf die aktuellen Maßnahmen der japanischen Regierung zur Dekarbonisierung und den Rückzug der Finanzinstitute von Investitionen und Krediten für neue Kohlekraftwerke, dass sie die Pläne zum Bau eines neuen Kohlekraftwerkes in Akita (Nord-Honshu) aufgeben. Stattdessen werde der Bau von Biomassekraftwerken und anderen Anlagentypen in Betracht gezogen. Auch die Electric Power Development Co. (J-Power) gab bekannt, dass sie die Pläne zum Bau von zwei neuen kohlebefeuerten Wärmekraftwerksblöcken in Ube, Präfektur Yamaguchi, aufgeben wird.

(Quellen: Asahi Shimbun, 28.04.2021 )

 

Japan stoppt Exporthilfe für Kohlemeiler

Japan erwägt, seine Billigkredite für den Bau von Kohlekraftwerken im Ausland zu beenden. Mit dem Strategiewechsel reagiert die Regierung auf die Klimapolitik des neuen US-Präsidenten Joe Biden.

Japan setzte bisher auf Kohle. Zugleich fördert es den Bau von Kohlekraftwerken in Asien, um eigene Unternehmen zu unterstützen. Über staatliche Finanzinstitute vergibt die Regierung in Tokio zinsgünstige Langzeitkredite an asiatische Schwellenländer wie Indonesien und Vietnam, wenn sie ein Kohlekraftwerk bauen. Bislang unbestätigten Medienberichten zufolge will Japan diese Subventionen nun einstellen.

(Quelle: DW, 01.04.2021)

 

Kansai Electric Power investiert mehr als 300 Milliarden Yen in erneuerbare Energien

Die Kansai Electric Power Co. (KEPCO) hat ihren fünfjährigen mittelfristigen Managementplan angekündigt, der im Geschäftsjahr 2025 enden wird. Dieser Plan sieht Investitionen für den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen von über 300 Milliarden Yen (ca. 2,3 Mrd. €) vor. KEPCO begründet dies nicht nur mit Blick auf globale Trends; auch aus Sicht der Stromkunden bestehe die Notwendigkeit, erneuerbare Energie zur Deckung des eigenen Stromverbrauchs zu nutzen.

(Quelle: Nikkei, 25.03.2021)

 

METI-Prognose zur Solarenergie

Nach einer Prognose des japanische Wirtschaftsministeriums METI wird die installierte Solarenergie in Japan im Fiskaljahr 2030 um 60% im Vergleich zum heutigen Stand zunehmen, von 56 Millionen Kilowatt (Fiskaljahr 2019) auf 88 Millionen Kilowatt. Diese Stromerzeugungskapazität entspräche dann ungefähr 88 Kernkraftwerken. Die Schätzung basiert auf der Annahme, dass die derzeitige Politik beibehalten wird und die Regierung den Solaranteil durch verstärkte Fördermaßnahmen erhöhen will.

(Quelle: Nikkei, 07.04.2021)

 

Solarstrom für Fukushima: 100-Megawatt Solarpark in Japan

Juwi Shizen Energy, das 2013 gegründete Joint Venture zwischen dem deutschen Projektentwickler juwi und dem japanischen Entwickler von Wind- und Solarparks Shizen Energy, errichtet in Fukushima einen 100 Megawatt starken Solarpark. Das 186 Hektar große Solarkraftwerk Azuma Kofuji soll im Frühjahr 2023 in Betrieb gehen und rund 110 Millionen Kilowattstunden klimafreundlichen Strom pro Jahr produzieren. Das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 30.000 Haushalten. Das Vorhaben ist aktuell eines der größten Solarprojekte Japans.

(Quelle: IWR-Pressedienst.de, 07.04.2021)

 

160 MW Offshore Windpark im Hafen von Kashima

Die japanische Regierung will für das Land die Klimaneutralität bis 2050 erreichen und setzt mit neuen Zielvorgaben nun verstärkt auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. Noch ist der Anteil des Windstroms an der Stromerzeugung in Japan (rd. 950 Mrd. kWh) mit gerade einmal 0,76 Prozent (2019) sehr gering, doch das soll sich mit der neuen Politik ändern. So plant ein japanisches Konsortium aktuell den Bau eines 160 MW Offshore Windparks im Hafen von Kashima, Präfektur Ibaraki, nordöstlich von Tokio.

(Quellen: IWR, 13.04.2021)

 

Offshore-Windenergie-Stromleitungen auf dem Meeresboden geplant

Im Zuge des geplanten massiven Ausbaus der Offshore-Windenergie in Japan will das METI den Ausbau des Stromnetzes vorantreiben und erwägt die Installation von Offshore-Windenergie-Stromleitungen auf dem Meeresboden. Zunächst ist vorgesehen auf der Pazifikseite Hokkaido mit dem den Großraum Tokio per Unterseekabel zu verbinden. Bis zum Sommer wird das METI über die aussichtsreichsten möglichen Streckenverläufe, die Kosten und den Projektzeitraum entscheiden.

Die Kosten für das Projekt werden wahrscheinlich zwischen mehreren hundert Milliarden Yen und 1 Billion Yen liegen. Die Regierung plant ein System, bei dem die Kosten für den Ausbau der Stromleitungen auf den Strompreis aufgeschlagen und von der gesamten Nation getragen werden. Die Offshore-Windkraft soll zur tragenden Säule der erneuerbaren Energien werden. 45 Millionen Kilowatt, das Äquivalent von bis zu 45 Kernkraftwerken, sollen bis 2040 installiert werden.

(Quelle: Nikkei, 14.03.2021)

 

Hochleistungsstahlbleche für Elektrofahrzeuge

JFE Steel will in die West Japan Works in der Stadt Kurashiki (Präfektur Okayama) rund 49 Milliarden Yen investieren, um die Produktion von Hochleistungsstahlblechen für Elektromotoren zu erhöhen. Das Unternehmen will seine Produktionskapazität bis zur ersten Hälfte des Fiskaljahres 2024 verdoppeln. Vor dem Hintergrund des globalen Trends zur Dekarbonisierung steigt die Nachfrage nach elektromagnetischen Stahlblechen, die in leistungsstarken Elektrofahrzeugen eingesetzt werden. JFE erwartet hier eine stark wachsende Nachfrage. Durch die Verwendung dieser Stahlbleche kann der Energieverlust des EV-Motors gesenkt und damit die Energieeffizienz erhöht werden.

(Quelle: Nikkei, 01.04.2021)

 

Produktionsanlage für "grünen" Wasserstoff in Tokio eröffnet

Der Hersteller von Systemen zur Produktion von erneuerbar produziertem Wasserstoff Ways2H Inc. und sein Anteilseigner und technischer Partner Japan Blue Energy Co. gaben am 31. März 2021 die Fertigstellung einer Anlage in Tokio bekannt, die Klärschlamm in Wasserstoff für die Brennstoffzellenmobilität und Stromerzeugung umwandelt. Die Anlage wurde in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Tokio, der TODA Corporation, TOKYU Construction, CHIYODA Kenko und Forschern der Tokyo University of Science entwickelt und gebaut, und soll Japan dabei helfen, den wachsenden Bedarf an „grünem“ Wasserstoff zu decken und gleichzeitig einen neuen Weg für eine nachhaltige Abfallentsorgung aufzeigen.

(Quelle: prnewswire.com, 31.03.2021)

 

Neue Methode zur direkten Umwandlung von Solarenergie in Wasserstoff

Japanische Forscher teilten mit, dass sie einen wichtigen Schritt in Richtung der Herstellung großer Mengen von Wasserstoff mit Hilfe von Sonnenenergie erzielt haben. Das Team von der Shinshu Universität in Nagano untersucht lichtabsorbierende Materialien, um die Wasserstoff- und Sauerstoffmoleküle in Wasser zu spalten. Jetzt haben sie eine zweistufige Methode entwickelt, die etwa 100-mal effizienter bei der Erzeugung von Wasserstoff aus einer photokatalytischen Reaktion ist. Allerdings ist das verwendete Reagenz BaTaO2N immer noch nicht ganz reif für die Wasserstoffproduktion in der Primetime.

(Quelle: spectrum.ieee.org, 09.04.2021)

 

Erstes Treffen der LDP zu Carbon Pricing

Die LDP hielt am 12. April in der Parteizentrale das erste Treffen des "Projektteams zur Untersuchung von Carbon Pricing" ab. Das Team wird daran arbeiten, politische Maßnahmen im Zusammenhang mit Carbon Pricing zu koordinieren.  

Hochrangige Politiker aus den Forschungskomiteen für Energiestrategie, für Umwelt und Maßnahmen gegen die globale Erwärmung, und das Hauptquartier für die Strategie des Wirtschaftswachstums, nahmen an der Diskussion teil.

Hakubun SHIMOMURA, Executive Acting Secretary-General der LDP, sagte am 12. April beim ersten Treffen des Projektteams: "Wir möchten zur Verwirklichung der Kohlenstoffneutralität beitragen und gleichzeitig die Akteure wie z. B. Unternehmen ermutigen, ihr Verhalten zu ändern, indem wir Carbon Pricing in Betracht ziehen, das zum Wachstum Japans beiträgt.“

(Quelle: Nikkei Shimbun, 12. April 2021)


 

14. Deutsch-Japanisches Wirtschaftsforum, 15. April 2021

Das 14. Deutsch-Japanische Wirtschaftsforum – erstmal als Online-Veranstaltung - befasste sich diesmal mit den Herausforderungen und Chancen von IoT und KI insbesondere für den deutschen und japanischen Mittelstand. Ergebnisse einer Analyse zu digitalen Plattformen in der produzierenden Industrie und deren Einfluss auf eine Plattform-Ökonomie wurden präsentiert. Vertreter von deutschen und japanischen KMU sowie des European Industry 4.0 Transformation Center der RWTH Aachen diskutierten über die Potenziale der Digitalisierung im Mittelstand, über innovative Lösungen und die Rolle der Mitarbeiter.

https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/14-WiFo-2021.html

 

10. Ratssitzung des GJETC, 12. März 2021

Die Mitglieder des Deutsch-Japanischen Energiewende-Rates (GJETC) diskutierten auf ihrer jüngsten Online-Sitzung die Ergebnisse von drei Studien, die der Rat in den vergangenen Monaten durchgeführt hat, und besprachen mögliche neue Schwerpunkte und Formate der Ratsarbeit:

https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/10-gjetc-ratssitzung.html

Die Studien beschäftigen sich erneut mit Schlüsselfragen der Energiewende in Deutschland und Japan: Wie können Künstliche Intelligenz(KI)und Big Data genutzt werden, um den Betrieb der Stromnetze zu optimieren? Inwieweit können Carbon Capture and Usage (CCU) und Wasserstoff zur Dekarbonisierung von energieintensiven Industrien beitragen? Und welche Auswirkungen von COVID-19 sind auf Energieverbrauch, soziales Verhalten und Klimapolitik zu beobachten? Aus den einzelnen Studien hat der GJETC auch Empfehlungen für politische Entscheidungsträger in Deutschland und Japan abgeleitet. Die Studien sind mittlerweile auf der Homepage des Rates veröffentlicht:

http://www.gjetc.org/publications/

 

Industrielle Abwärmenutzung in Japan - Deutsch-Japanischer Expertenworkshop / Virtuelle Markterkundungsreise, 19.-22. April 2022

Wie kann die Abwärme industrieller Anlagen effizient als Prozesswärme oder Strom genutzt werden? Welche Technologien sind notwendig, welche Nutzungskonzepte gibt es? Wie können Wärmeverbünde aufgebaut werden? Mit diesen Fragen befasste sich ein intensiver viertägiger deutsch-japanischer Expertenworkshop. Deutlich wurde: Japan hat zwar technologisch an manchen Punkten die Nase vorn, kann aber vom systemischen Ansatz in Deutschland einiges lernen. Wärmekataster, energetische Nachbarschaften und gezieltes „Matching“ zwischen Wärmequellen und Wärmeabnehmern  wird in Japan derzeit noch vernachlässigt.

https://www.ecos.eu/de/veranstaltungen/details/abwaermenutzung.html


 

Wirtschaftstag Japan, 27. Mai 2021 (online)

Beim Wirtschaftstag Japan 2021 am 27.05.2021, 09:30 - 13:00 Uhr MESZ (Online) werden Branchenvertreter aus Japan und Deutschland zukünftige Perspektiven und Anwendungen zum Thema „Innovative Distribution und Logistik im Zeichen von Nachhaltigkeit und New Normal“ in ihrem jeweiligen Bereich präsentieren.

https://www.djw.de/de/veranstaltungen/weitere-veranstaltungen/2021-wirtschaftstag-japan-supported-by-djw

 

Webinar: Experiences with Carbon Pricing in German and the EU: a Blueprint for Japan?, 02.06.2021 (tbc)

Das für den 02.06.2021, 9:30 – 10:45 Uhr MESZ geplante Webinar stellt aktuelle Erfahrungen mit Formen der CO2-Bepreisung in Deutschland und der EU vor. Eine Runde ausgewählter Expert*innen aus Deutschland, Japan und der EU diskutieren anschließend die Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen der CO2-Bepreisung. Nähere Informationen folgen in Kürze.

 

Nippon Connection Filmfestival, 1.-6. Juni 2021

Nippon Connection war in diesem Jahr als Hybrid-Veranstaltung vom 1. bis 6. Juni 2021 geplant, muss aber aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation nun doch in rein virtueller Form stattfinden. Das weltgrößte Festival für japanisches Kino präsentiert an sechs Tagen über 100 aktuelle japanische Kurz- und Langfilme, die online als Video-on-Demand verfügbar sein werden. Zusätzlich nehmen zahlreiche Filmemacher*innen live aus Japan an Online-Gesprächen und -Interviews teil. Digitale Workshops, Vorträge, Performances und Konzerte ergänzen das Programm.

Schwerpunkt des diesjährigen Festivals ist das Thema Family Matters – Die japanische Familie zwischen Tradition und Moderne, gefördert vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

https://nipponconnection.com/de/

 

Expertentalk Japan für niedersächsische Unternehmen, 07.07.2021 (online)

Das Wirtschaftsministerium des Landes Niedersachsen lädt niedersächsische Unternehmen am 07.07.2021, 10.00 – 11.00 Uhr MESZ (online) zu einem Austausch mit dem Länderrepräsentanten Makoto Sekikawa über aktuelle Entwicklungen und Geschäftschancen auf dem japanischen Markt ein. Nähere Informationen folgen in Kürze.

 


NACHRUF

 

Yuriko Meemken
*15. August 1956  ⴕ28. Januar 2021

Nach langer Krankheit haben wir uns schweren Herzens im Januar von Yuriko verabschieden müssen. Wir sind tief betroffen vom Verlust eines zugleich erfahrenen und kompetenten, dabei aber immer bescheidenen und einfühlsamen Mitglieds der „ECOS-Familie“. Ihre Kompetenz und herzliche Art haben wir im ECOS-Team und auch die Partner in Japan sehr geschätzt. Im Osnabrücker Land, ihrer zweiten Heimat, hat sie nun Ruhe gefunden.

Auch im Namen von Wilhelm Meemken möchten wir uns für die große Anteilnahme bedanken. Wir waren sehr überrascht von den vielen Aufmerksamkeiten, herzlichen Worten und der Anerkennung, die uns von ECOS-Partnern und Kunden erreicht hat.

Yurikos Beitrag zum Aufbau von ECOS und zum Zustandebringen vieler deutsch-japanischer Kooperationen für eine nachhaltigere Welt kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dafür wollen wir uns gemeinsam als ECOS-Team auch in Zukunft einsetzen und damit Yurikos Werk fortführen.

Das ECOS-Team